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Missbrauch im Netz: Haftstrafe verringert

01.01.2022 • 21:07 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Symbolbild/Shutterstock</span>
Symbolbild/Shutterstock

Erwachsener ließ sich von zwei unmündigen Mädchen verfängliche Videos schicken.

“Man muss Kinder im Internet schützen“, sagte der vorsitzende Richter des Feldkircher Schöffensenats in seiner Urteilsbegründung. Deshalb sei die Strafe streng ausgefallen. Die Sanktion solle der allgemeinen Abschreckung dienen und als Signal dafür, dass auch Missbrauch im Internet ein Tabu sei.

Urteil rechtskräftig

Wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen und pornografischer Darstellung von Minderjährigen wurde der unbescholtene 27-Jährige im März 2021 am Landesgericht Feldkirch zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt.
In der Berufungsverhandlung wurde die zu verbüßende Haftstrafe aber nun gleich um zwei Drittel verringert. Das Innsbrucker Oberlandesgericht (OLG) setzte den unbedingten Teil mit sechs Monaten Gefängnis fest. 12 der insgesamt 18 Haftmonate wurden für eine Probezeit von drei Jahren auf Bewährung bedingt nachgesehen. Das teilte auf Anfrage OLG-Sprecher Wigbert Zimmermann mit. Das Urteil ist jetzt rechtskräftig.

300 Bilder und Videos

Nach Ansicht der Richter hat der Liftarbeiter zwei Mädchen im Alter von zehn und elf Jahren im Internet auf einer Chatseite für Jugendliche dazu verleitet, ihm Videos vom Onanieren sowie Nacktfotos zu schicken. Zudem hat er sich nach den gerichtlichen Feststellungen 300 Bilder und Videos mit Pornografie mit Kindern und Jugendlichen beschafft.

Im März wurde der Angeklagte am Landesgericht Feldkirch schuldig gesprochen. <span class="copyright">Hartinger</span>
Im März wurde der Angeklagte am Landesgericht Feldkirch schuldig gesprochen. Hartinger

Der damals 25-Jährige hat sich 2018 laut Urteil auf der Chatplattform als 13-jähriges Mädchen namens Klara ausgegeben. So soll er sich als vermeintliche neue Freundin das Vertrauen der mutmaßlichen Opfer erschlichen und dann die beiden unmündigen Mädchen dazu aufgefordert haben, ihm nicht nur Nacktfotos zukommen zu lassen, sondern auch Videos mit geschlechtlichen Handlungen.
Der 27-jährige Angeklagte behauptete, er habe gar keinen Kontakt zur Zehn- und Elfjährigen gehabt. Eine Bekannte aus dem Chat, die Klara heiße, habe den Mädchen mit seiner Handynummer geschrieben. Er habe Klara während seines Wechsels zu einem anderen Mobilfunkanbieter seine Telefonnummer überlassen. Der Verteidiger beantragte im Zweifel einen Freispruch vom schweren Missbrauch.

Im Telefonat geständig

Die Richter hielten die Angaben des Angeklagten jedoch für unglaubwürdig. Zumal der Beschuldigte in einem Telefonat mit einer Polizistin geständig gewesen sei. Der Feldkircher Schuldspruch wurde in zweiter Instanz bestätigt. Denn der Oberste Gerichtshof (OGH) in Wien hat im September 2021 die Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten zurückgewiesen.