Sport

Mit Energie und Mut zum Klassenerhalt

04.01.2022 • 22:59 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die Cashpoint-Arena wird nun zur sportlichen Heimat von Ludovic Magnin. <span class="copyright">stiplovsek</span>
Die Cashpoint-Arena wird nun zur sportlichen Heimat von Ludovic Magnin. stiplovsek

Gestern präsentierte sich Ludovic Magnin erstmals als Altach-Trainer.

Es war die Energie, die wir bei ihm gespürt haben. Er ist sehr impulsiv, begeisternd aufgetreten und er erreicht die Menschen, ist unser Gefühl“, mit diesen Worten begründete der Geschäftsführer des SCR Altach Christoph Längle die Wahl für den neuen Trainer. Ludovic Magnin soll die Rheindörfler mit diesem Antrieb zum Klassenerhalt in der Bundesliga führen und präsentierte sich gestern erstmals der Öffentlichkeit als neuer Übungsleiter der Vorarlberger.

Blockade im Kopf lösen

Bei dem Vorhaben wird auf ihn und im besonderen auf seine Spieler viel Arbeit zukommen. Denn der 42-jährige Schweizer kündig­te an, in der Vorbereitung ein Augenmerk auf die körperliche Verfassung setzen zu wollen. „Ich möchte die Mannschaft am ersten Spieltag physisch auf dem höchsten Level haben. Dafür werden wir viel tun. Der Klassenerhalt führt über die konditionelle Fähigkeit“, erklärte der Eidgenosse.
In einem ersten Schritt steht allerdings die mentale Arbeit im Fokus. Über viele Gespräche will Magnin bei seinen Akteuren die „Blockade im Kopf“ lösen und ihnen Vertrauen schenken. Zudem prophezeite er: „Wir werden etwas wagen. Wichtig ist, sich in der Kabine (nach dem Spiel, Anm.) ansehen zu können und zu wissen, dass man mutig war und sein Bestes gegeben hat.“ Auch im spielerischen Bereich kündig­te der Neo-Trainer der Altacher Veränderungen zu seinem Vorgänger an. „Sicherlich möchte ich eine aktive und aggressive Mannschaft sehen, mit viel Dynamik mit und ohne Ball. Wahrscheinlich werden wir auf dem Platz auch ein paar Meter höher stehen“, führte es der Schweizer aus.

Werner Grabherr (l.) und Christoph Längle (r.) präsentierten den neuen Trainer. <span class="copyright">stiplovsek</span>
Werner Grabherr (l.) und Christoph Längle (r.) präsentierten den neuen Trainer. stiplovsek

Mit aller Macht

Ein einfaches Vorhaben wird der Klassenerhalt selbstredend nicht werden. Dieser großen Herausforderung ist sich Magnin durchaus bewusst. Dennoch ist es eine neue Konstellation, erlebte der Westschweizer den Kampf um den Abstieg bislang weder als Spieler noch als Trainer. Als Aktiver feierte er vielmehr mit Werder Bremen und dem VfB Stuttgart jeweils eine deutsche Meisterschaft. Als Übungsleiter gab es den Schweizer Meistertitel mit der U18 des FC Zürich sowie den Cupsieg mit der Profimannschaft 2018.
„Ich bin dankbar für das Vertrauen, die Mannschaft da unten herauszuholen und ich werde mit aller Macht dies vorantreiben“, gab er dennoch eine Kampfansage an seine Aufgabe im Rheindorf ab.

Der Schweizer bringt viel Antrieb und Tatendrang mit nach Altach. Zudem auch eine Portion Humor. <span class="copyright">stiplovsek</span>
Der Schweizer bringt viel Antrieb und Tatendrang mit nach Altach. Zudem auch eine Portion Humor. stiplovsek

Die Qualität ist da

Das nötige Personal steht ihm nach eigenem Bekunden dafür bereits zur Verfügung. Über dieses hat sich der Schweizer im Vorfeld auch bestens informiert, Spiele analysiert und über Spieler recherchiert. Mit seinem Vorwissen machte der 62-malige Schweizer Nationalspieler auch Eindruck bei den Vereinsverantwortlichen und setzte sich damit gegen die Konkurrenz durch. Zum Niveau im Kader erklärte er: „Ich bin überzeugt, dass wir die Qualität haben, um die Klasse zu halten, auch ohne Transfers.“
Neuzugänge wird es dennoch mit Sicherheit geben, wie der Sportliche Leiter Werner Grabherr bestätigte. Gerade im Offensivbereich werden noch Profis zur Mannschaft stoßen. Bis zum Trainingsauftakt an diesem Freitag bleibt der Kader, mit Ausnahme von Torhüter Chris­toph Riegler, allerdings noch unverändert.
Keine weiteren Veränderungen wird es zudem im Betreuerstab geben. „Der Staff bleibt unverändert und wird von Magnin zu 100 Prozent übernommen. Wir setzten dort auf Kontinuität“, führte es Grabherr aus.
Während der rund fünfwöchige Vorbereitungsplan noch nicht endgültig steht, ist bereits das Trainingslager fixiert. Am 26. Jänner geht es nach Belek in die Türkei. Zum Pflichtspielauftakt wartet am 12. Februar Austria Wien.