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Warum Post ins Ländle länger braucht

17.01.2022 • 16:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Paulitsch</span>Die Post bringt allen was, nur manchen etwas früher.
PaulitschDie Post bringt allen was, nur manchen etwas früher.

Zustellung funktioniert gut, allerdings kommen Sendungen später an.

Der Rechnungshof hat die Qualität der Brief- und Paketzustellung im Universaldienst geprüft. In dessen Rahmen ist die Österreichische Post AG als Universalzusteller verpflichtet unabhängig von der Rentabilität im gesamten Bundesgebiet Zustellungen vorzunehmen.

Die Prüfer bemängelten vor allem „Unschärfen und Regelungslücken“ in den gesetzlichen Grundlagen. Gleichzeitig ortete man Verfehlungen bei der obersten Postbehörde, also bei Bundesministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP). Weder sie noch ihre Vorgänger fanden bisher die Zeit, eine Verordnung zu erlassen, die den genauen Umfang des Universaldienstes festgelegt hätte, weshalb es zwischen Post und Regulierungsbehörde immer wieder zu Meinungsverschiedenheiten kommt.

Schneller Dienst

Dafür schnitt die Post bei der Erreichung europäischer Qualitätsvorgaben in der Zustellungsgeschwindigkeit gut ab und übertraf laut Rechnungshofbericht sogar die entsprechende Norm. Allerdings machte der Rechnungshof unterschiedliche Zustellungsgeschwindigkeiten im Bundesgebiet aus. Die Tatsache, dass manche Sendungen nach Vorarlberg länger dauern, habe mit der Zahl an zwischengeschalteten Logistikzentren zu tun, so die Post.

„Beispielsweise werde eine Sendung von Wien nach Vorarlberg zumindest in zwei Logistikzentren bearbeitet: Im Verteilzentrum Wien müsse die Sendung bis 22.00 Uhr sortiert sein, um sie noch in derselben Nacht in das Verteilzentrum Hall in Tirol weiterleiten zu können; dort müsse die Sendung bis ca. 4.00 Uhr sortiert sein, damit die Weiterleitung nach Vorarlberg mit Zustellung noch am selben Werktag möglich sei.“

Verluste unbekannt

Der Rechnungshof kritisierte auch die mangelhafte Zählung verlorener Sendungen. Diese würde entweder nicht dokumentiert oder gar nicht erst durchgeführt: „Die Anzahl der ausgeschiedenen Briefsendungen war daher bekannt, allerdings war die Post AG nicht verpflichtet, diese Zahlen regelmäßig aufzuzeichnen. Auch für Paketsendungen existierte keine Auswertung über die Anzahl der verlorenen Sendungen“.