Vorarlberg

Strafrichter milder als Fußballrichter

19.01.2022 • 14:18 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
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Hartinger

Nach Rekordsperre von 48 Spielen kam Fußballer, der Nase des Gegenspielers brach, mit 140 Stunden Arbeit davon.

Der Strafrichter war milder als die Fußballrichter. Mit einem Kopfstoß brach der Fußballer am 11. September 2021 während eines Amateurspiels in Göfis einem Gegenspieler die Nase. Dafür verhängte der Vorarlberger Fußballverband im Vorjahr über den Amateurspieler eine Sperre von 48 Spielen. Dabei handelte es sich um eine Rekordsperre im österreichischen Amateurfußball und das höchstmögliche Strafmaß. Strafrechtlich hingegen kam der unbescholtene und Verantwortung für sein Fehlverhalten übernehmende Angeklagte am Mittwoch in der Hauptverhandlung am Landesgericht Feldkirch mit einer Diversion davon. Damit blieb ihm eine drohende förmliche Verurteilung und daher eine Vorstrafe erspart.

Schwere Körperverletzung angeklagt

Wenn der 28-jährige Tschetschene innerhalb der nächsten sechs Monate 140 Stunden an gemeinnütziger Gratisarbeit verrichtet und dem 32-jährigen Geschädigten als Teilschmerzengeld 1000 Euro bezahlt, wird das Strafverfahren gegen ihn eingestellt werden. Mit dem Beschluss von Richter Dietmar Nußbaumer waren der Angeklagte und Staatsanwalt Heinz Rusch einverstanden.

Angeklagt war das Verbrechen der schweren Körperverletzung. Dafür sieht das Strafgesetzbuch sechs Monate bis fünf Jahre Gefängnis vor. Im Strafantrag wurde dem Angeklagten vorgeworfen, er habe mit einem wuchtigen und gezielten Kopfstoß dem Opfer einen operativ zu behandelnden Nasenbeinbruch zugefügt.

Unmittelbar nach seinem Platzverweis mit einer gelb-roten Karte hatte der angeklagte Kapitän von Viktoria Bregenz 1b dem Kapitän von Göfis/Satteins 1b den Kopfstoß versetzt. Die Situation in dem Meisterschaftsspiel der 4. Vorarlberger Landesklasse in der neunten österreichischen Liga sei emotional aufgeladen gewesen, sagte Richter Nußbaumer. Durch die Aufarbeitung des Vorfalls in der Gerichtsverhandlung sei keine Verurteilung zur Abschreckung des Angeklagten und der Allgemeinheit notwendig.