Wirtschaft

Ende für ultrabilliges Geld

26.01.2022 • 20:36 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ende für ultrabilliges Geld

Der Dollar-Leitzins soll bald steigen. Wertpapierkäufe beendet die US-Zentralbank im März.

Die aufgrund der hohen Inflation unter starken Handlungsdruck geratene US-Notenbank Fed hat sich Mittwochabend bei der geldpolitischen Sitzung auf den Fahrplan für eine Zinserhöhung festgelegt. Sie kündigte eine baldige Erhöhung des Leitzinses an.

Einstweilen beließ sie ihn noch in der Spanne von null bis 0,25 Prozent. Fed-Chef Jerome Powell ist in Sorge über die hartnäckig hohe Inflation und hat ein Ende der lockeren Linie signalisiert.

Schon Mitte März dürfte die Zentralbank den Zins erhöhen und im Jahresverlauf mehrmals nachlegen.

Das wegen der Corona-Pandemie gestartete massive Kaufprogramm für Wertpapiere, das konjunkturstützend wirken soll, wird demnach bis Anfang März beendet werden. Das monatliche Abbautempo bei den Zukäufen hat sich ab Mitte Jänner bereits auf 30 Milliarden Dollar verdoppelt. Anfang März soll dieses als „Tapering“ bekannte Manöver abgeschlossen werden, womit der Weg für eine Zinserhöhung frei ist.

Nach dem Beginn der Leitzinserhöhungen wird mit der Verringerung der Bilanzsumme der Fed begonnen.

Das Zeitalter des ultra-billigen Geldes ist damit vorüber. Dieses hatte Folgen: Zuletzt lag die Inflation mit über sieben Prozent so hoch, wie seit 40 Jahren nicht mehr.

Jerome Powell
Fed-Chef Jerome Powell ist in Sorge ob der Inflationsentwicklung in den USAAP

Gelassen reagierte die Wall Street, die sich am Mittwoch nach dem Zinsmeeting der US-Notenbank weiterhin erholt von den jüngsten Rückschlägen zeigte. Der Dow Jones stand gegen 20.10 Uhr mit einem Plus von 1,04 Prozent bei 34.651,21 Punkten.

Zuletzt schwache Börsenstimmung

Die Unsicherheit rund um die weitere Geldpolitik hatte zuletzt gepaart mit der hohen Inflation und den Spannungen zwischen Russland und Ukraine für eine sehr schwache Börsenstimmung gesorgt und dabei vor allem Technologiewerte in New York auf Talfahrt geschickt. Diese leiden besonders unter der Aussicht auf höhere Zinsen, da diese ihre zukünftigen Gewinne schmälern.

Mit ihrer Entscheidung von Mittwoch bringt die Fed die EZB, die bisher am Nullzins und dem Anleihekaufprogramm festhält, weiter unter Druck.