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Lebensmittel als Preistreiber

18.05.2022 • 12:39 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Symbolbild Superingo – stock.adobe.com

Kosten für Treibstoffe und Haushaltsenergie trieben die Inflation im April auf 7,2 Prozent.

Die genaue Auswertung der Teuerungsraten in Österreich hat die Schnellschätzung zur Inflation im April bestätigt. Die Preise des VPI-Warenkorbs sind im Jahresabstand um 7,2 Prozent gestiegen. Zuletzt war der Wert 1981 auf diesem Niveau. Damals sind die Ölpreise massiv gestiegen, wegen des Kriegs zwischen Irak und Iran.

Und auch jetzt sind die Treibstoffe der wichtigste Faktor bei der Teuerung. Sie sind im Schnitt um 49,1 Prozent höher als vor einem Jahr. Auch Strom- und Gaspreise sind wegen des Kriegs in der Ukraine massiv gestiegen. Bei der Haushaltsenergie beträgt der Preissprung 28,8 Prozent, wobei Gas mit Plus 68,7 Prozent klar den Ausschlag gegeben hat.

Teure Lebensmittel

Die hohen Energiepreise und Lieferschwierigkeiten bei Agrar-Rohstoffen wie Weizen lassen inzwischen auch die Nahrungsmittelpreise stark steigen. Brot und Getreide kosteten rund 8,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Preise für Gemüse stiegen um 10,1 Prozent, für Fleisch zahlte man 10,7 Prozent mehr. Alkoholfreie Getränke wurden um 9,6 Prozent teurer.

Die Preise im sogenannten Mikrowarenkorb, der den täglichen Einkauf repräsentiert, legten um 7,7 Prozent zu, jene im Miniwarenkorb – wöchentlicher Einkauf – um 14,4 Prozent. Hier sind auch Treibstoffkosten enthalten. Der für den EU-Vergleich wichtige HVPI liegt aufgrund unterschiedlicher Gewichtung bei 7,1 Prozent.

Rekordinflation im Euroraum

Für den gesamten Euroraum betrug die Teuerung im April wie auch schon im März im Jahresvergleich 7,4 Prozent, wie die EU-Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch in einer zweiten Schätzung mitteilte. Ein Jahr zuvor lagen sie demnach bei 1,6 Prozent. Haupttreiber der Inflation waren erneut die Energiepreise: Sie verteuerten sich zum Vorjahresmonat um 37,5 Prozent.

Die Preise für Industriegüter ohne Energie gingen indes um 3,8 Prozent nach oben, während die Dienstleistungen um 3,3 Prozent teurer waren. Ohne Energie hätten die Verbraucherpreise im April nur um 4,1 Prozent zugelegt.

Die Inflationsrate im Euroraum war seit Einführung der Gemeinschaftswährung im Jahr 1999 noch nie so hoch. Bereits in den Monaten zuvor hatte die Inflationsrate Rekordwerte erreicht. Im Monatsvergleich stiegen die Verbraucherpreise im April um 0,6 Prozent.

In der EU betrug der Gesamtwert 8,1 Prozent gegenüber 7,8 Prozent im März. Die niedrigsten jährlichen Raten registrierten Frankreich, Malta mit je 5,4 Prozent und Finnland mit 5,8 Prozent, die höchsten Estland mit 19,1 Prozent, Litauen mit 16,6 Prozent und Tschechien mit 13,2 Prozent. Österreich lag mit 7,1 Prozent knapp unter dem Schnitt.

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