Kultur

Virtual Reality Kunst durch das Smartphone

20.05.2022 • 19:07 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Künstlerin Eva Schlegel mit ihrer Arbeit „Ice White“                       (c) Roland Paulitsch<br>
Die Künstlerin Eva Schlegel mit ihrer Arbeit „Ice White“ (c) Roland Paulitsch
Virtual Reality Kunst durch das Smartphone

Gestern eröffnete der Kunstraum Dornbirn mit der Künstlerin Eva Schlegel das neue
Virtual Reality Projekt im öffentlichen Raum.


Wie eine überdimensionale Seifenblase schwebt die durchsichtige Skulptur im Dornbirner Stadtgarten. Wenn man in der App auf Löschen tippt, verschwindet sie wieder. Oder wenn man sich zu sehr vom QR Code entfernt, denn die Kunst in virtueller Form ist zwar beweglich, aber auch standortgebunden. Gestern wurde das künstlerische Augmented Reality Projekt im Dornbirner Stadtraum vom Kunsthaus Dornbirn und der österreichischen Künstlerin Eva Schlegel eröffnet.

Auf dem Smartphone

Es ist Kunst in virtueller Form. An öffentlichen Plätzen wurden QR-Codes am Boden angebracht. Durch das Scannen mit dem Smartphone erscheinen in der App wikar die digitalen Kunstwerke von Eva Schlegel schwebend über dem Boden. Eine durchsichtige überdimensionale Kugel, sich selbst reflektierende Schriftzüge, schwarze Formen und umherfliegende Augen, welche die reale Umgebung mit virtuellen Elementen verbinden und zu spektakulären Fotos für Social Media einladen.
An zehn Stationen beim Kunstraum Dornbirn, bei den Sägenhallen des CampusVäre am Marktplatz und auf der Bergstation Karren sind die unterschiedlichen Virtual Reality Werke digital abrufbar. Damit wird die digitale Kunst in Dornbirn fortgesetzt. Letztes Jahr wurde mit dem österreichischen Künstler Erwin Wurm ein „Experiment“ gestartet, im dem seine Skulpturen mittels Virtual Reality an ausgewählten öffentlichen Orten platziert wurden. Man wollte einen niederschwelligen Zugang zu Kunst ermöglichen, der auch speziell junge Menschen anspricht, die sonst für Kunst nicht so erreichbar sind, sagt Thomas Häusle, Direktor des Kunstraum Dornbirn bei der gestrigen Eröffnung. Im Hintergrund der rasanten Entwicklung der NFTs hätte auch Augmented Reality eine besondere Aktualität. Gleichzeitig soll auch die Kunst im öffentlichen Raum in Dornbirn noch stärker gefördert werden.

Existenz im Digitalen

Eva Schlegel hat in Kooperation mit Valerie Messini und Damjan Minovski von 2MVD eine Kunst erschaffen, die auch nur im digitalen Raum existieren kann und die es in der analogen Welt nicht gibt. So ergibt sich für Häusle der bleibende Wert und die Existenzberechtigung daraus, dass diese Kunst nicht vom realen Raum abgeleitet wurde und auch nicht in den realen Raum zugeführt werden kann, sondern nur digital funktioniert.
Im Vergleich zu Erwin Wurms Skulpturen sind Eva Schlegels Installationen nicht statisch, sondern bewegte Bilder, die alle auch begehbar und sind. Die Künstlerin hat versucht, Werke zu erschaffen, die im realen Raum nicht funktionieren würden. Für ihre Skulpturen hat sich Schlegel von anderen Universen, der Sonne und Planeten inspirieren lassen. So gibt es neben „Nebula“ einer dunklen Orbit-Wolke, in der sich leuchtende Sterne bewegen auch „Black Holes Landing“, eine UFO-ähnliche schattenlose riesige Skulptur aus Stahl. Die digitalen Werke sollen einen Blick in andere Dimensionen eröffnen und können noch bis 21 August durch das Smartphone erlebt werden.