Politik

Amoklauf an US-Schule

25.05.2022 • 12:01 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Trauer ist groß: Wieder ein Blutbad an einer Volksschule
Die Trauer ist groß: Wieder ein Blutbad an einer Volksschule APA/AFP/ALLISON DINNER

In den USA sorgen immer wieder Schulmassaker mit vielen Toten für Entsetzen.

Amokläufe, auch an Schulen, kommen in den USA mit trauriger Regelmäßigkeit vor. Die Trauer ist auch dieses Mal groß. Absolut verständlich. Wem bricht nicht das Herz, wenn man die Bilder der Szenen an der Robb Elemanty School in Texas sieht.

Die Bestürzung, die darüber herrscht, ist über die Grenzen der USA hinaus erneut riesig. Wie könnte das auch anders sein. Mitten am Tag werden 19 unschuldige Kinder in einer Schule erschossen. An einem Ort, der ihnen eigentlich Schutz bieten sollte.

Alles bliebt wohl, wie es ist

Die Forderungen nach strengeren Waffengesetzen werden auch dieses Mal rasch laut. Prominente rufen nach Maßnahmen, US-Präsident Biden stellt sich sichtlich bestürzt vor die Presse und fleht beinahe in die Kameras: “Als Nation müssen wir uns fragen, wann in Gottes Namen wir der Waffenlobby die Stirn bieten werden.”

Wer jetzt hofft, dass die Waffenanhänger im Land spätestens nach diesem unfassbaren Verbrechen zur Vernunft kommen würden, der wieder enttäuscht werden. Alle Versuche, die Waffengesetze in den USA deutlich zu verschärfen, schlugen fehl. Und werden es wohl auch in diesem Fall.

Das Recht auf Waffenbesitz ist für viele Konservative in den USA eine Art Heiligtum, der Inbegriff von Freiheit, ein Grundrecht, das nicht anzutasten ist. Die Waffenlobby in den USA ist enorm mächtig. Gleich nach dem Amoklauf an der Volksschule in Texas beginnen einzelne Republikaner einmal mehr eine Debatte, dass nicht Waffen das Problem seien, sondern lediglich einzelne ihrer Besitzer.

Eine einfache Wahrheit. Denn natürlich sind die USA nicht der einzige Ort mit rassistischen, wütenden oder verblendeten Menschen. Aber es ist der einzige Ort, an dem wiederholte Versuche, den Verkauf von Waffen zu regulieren, systematisch blockiert wurden.

Auch in anderen Ländern kam es zu Amokläufen an Schulen, wie etwa an einer Grundschule 1996 in Dunblane, Schottland. Doch dort führte das Massaker zu entschlossenen und gemeinsamen Handlungen der Politik. Die Waffengesetze wurden verschärft. Seither hat es in Großbritannien keine Schießereien an Schulen mehr. Die Ohnmacht in den USA ist hausgemacht und wird wohl zu weiteren unschuldigen Toten führen.