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ATP serviert ab 2023 viele Veränderungen

12.06.2022 • 15:38 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Auch in Rom wird ab 2023 auf zwölf Tage gespielt
Auch in Rom wird ab 2023 auf zwölf Tage gespielt APA/AFP/TIZIANA FABI

Spieler und Turniere teilen sich die Einnahmen künftig 50:50 auf.

“OneVision” lautet das neue Schlagwort im professionellen Tennis, das den Sport in mehreren Entwicklungsphasen einschneidend verändern wird. In einem ersten Schritt kommt es ab Jänner 2023 auf der ATP-Tour zu einigen Neuerungen – nämlich den Reformen des Turnierkalenders, des Preisgeldes und der Ausrichtung der Interessen zwischen Spielern und Turnieren.

“Es ist ein epochaler Einschnitt”, sagt Herwig Straka, Mitglied des ATP-Board of Directors, der in das Projekt in den vergangenen zwei Jahren “jede Menge Herzblut” hineingesteckt hat. Zu einer der wichtigsten Veränderungen, die vor allem auch von den Spielern gefordert wurde, zählt die finanzielle Transparenz bei den Turnieren. “Da wird es künftig so sein, dass die Einnahmen, die über TV-Verträge und Sponsoring hereinkommen, zwischen Turnier und Spielern zu je 50 Prozent aufgeteilt werden. Dadurch verdienen die Spieler mehr und sind zum Beispiel auch eher gewillt, Promotion bei einem Turnier zu machen, weil sie wissen, dass es auch ihnen finanziell zugutekommt”, erklärt es der Grazer.

Mehr Spieler profitieren vom Bonus

Weiters soll es für die Topspieler einen erweiterten Bonuspool geben: “Bis jetzt war es so, dass die Top 12 am Ende des Jahres einen zusätzlichen Bonus erhalten haben, wenn sie alle 1000er-Turniere gespielt haben. Das wird künftig auf die Top 30 erweitert”, sagt Straka. Fernziel sei es, dass die gesamten Top 100 und darüber hinaus von diesem Bonus profitieren können. Ebenfalls fixiert: Der Pensionsfonds für die Spieler wird größer.

ATP-Board-Director Herwig Straka
ATP-Board-Director Herwig StrakaAPA

Schon jetzt erfreulich für alle Top-100-Akteure: Neben Indian Wells und Miami wird ab 2023 auch bei den Masters-Turnieren von Madrid, Rom und Shanghai der Turnierraster auf 96 Spieler erhöht und zudem die Dauer dieser Events von einer Woche auf zwölf Tage ausgeweitet. Das Preisgeld soll sich dadurch bei diesen Turnieren um über 35 Prozent steigern. Ab 2025 kommen auch Cincinnati und der Rogers Cup dazu. Neues gibt es auch beim Turnierkalender: So wird es durch die Ausdehnung der drei Masters-Turniere ein paar kleinere Verschiebungen bei anderen Turnieren und im November abseits der ATP Finals und des Davis-Cup-Finales auch noch weitere ATP-Turniere geben, nämlich in Metz und Stockholm.

Ein angepeiltes Ziel ist es, alle ATP-Turniere hinsichtlich Medienrechten künftig unter einem Vermarkter zu bündeln. “In weiterer Folge sollen auch die WTA und die Grand Slams dazukommen. Diesbezüglich heißt die große Vision ‘One Tennis’ – so soll es in Zukunft auch nur noch einen Kanal geben, wo man alle Tennismatches sehen kann”, verrät Straka, der zumindest noch bis 2024 Teil der ATP-Boards sein wird.