Mobilität

ÖVP und Neos melden sich zum Bahnausbau

05.07.2022 • 19:38 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Chance nützen und Anbindung ganz neu denken: Das regt Patrick Wiegl (ÖVP) vor.<br><span class="copyright">Hartinger</span>
Chance nützen und Anbindung ganz neu denken: Das regt Patrick Wiegl (ÖVP) vor.
Hartinger

VP-Verkehrssprecher schlägt Schienenstrang von Wolfurt durch Pfänder vor. Sein Neos-Kollege warnt vor „Bahn-S18“.

Der am Montag präsentierte Zwischenbericht über den Ausbau der Bahnstrecke zwischen Wolfurt und Lochau lässt aus Sicht von VP-Verkehrssprecher Patrick Wiedl relativ viele Fragen offen: „Es wurden im Detail drei Varianten untersucht, die entweder den Wünschen der Anrainergemeinden nur sehr eingeschränkt Rechnung tragen oder mit langjährigen Einschränkungen des Bahnverkehrs im Unteren Rheintal verbunden sind. Dazu kommen offene Fragen um Grundablösen und mögliche Gebäudeabrisse entlang der Trasse.“

Wiedl regt an, dass die Verantwortlichen weitere Möglichkeiten in Betracht ziehen. Ein Schienenstrang von Wolfurt durch den Pfänder wäre eine Alternative, die vor allem für den Wirtschaftsstandort Vorarlberg und dessen Bemühungen, Gütertransporte von der Straße auf die Schiene zu bringen, längerfristig die größten Chancen eröffnen könnte, so Wiedl. Eine weitere Variante, die aus Sicht von Wiedl zu prüfen ist, wäre eine Unterflurtrasse in klassischer Tunnelbauweise von Wolfurt bis nach Lochau. „Aber vielleicht sollten wir die Chance nützen und die Anbindung von Bregenz ganz neu mit innovativen Firmen überdenken“, verweist Wiedl auf Möglichkeiten, die in der aktuellen Diskussion noch nicht in Betracht gezogen worden sind.

„Vergeudete Chance“

Die Neos wiederum sprechen sich klar für eine unterirdische Variante aus. Dass die ÖBB eine solche nicht anstrebe, bezeichnet Neos-Verkehrssprecher Garry Thür als eine „vergeudete Chance, den nächsten Generationen ein lebenswertes Bregenz zu hinterlassen.“ Es benötige jetzt ein klares Bekenntnis der Landesregierung gemeinsam mit den betroffenen Gemeinden, was für den Standort langfristig das Beste ist. Wenn die Landesregierung keine Führungsqualitäten zeige, werde man eine „Bahn-S18“ erleben: „Endlose Diskussionen, aber kein Projekt und keine Verbesserung der Lebensqualität. Als Ergebnis wird der eingleisige Bestand bleiben, über den dann in der Nacht alle 15 Minuten ein Güterzug durch Bregenz fahren wird,“ so Thür.