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Hilfsbereite Dame um 15.000 Euro betrogen

12.07.2022 • 16:13 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Angeklagte gab an Geld für eine Nierentransplantation zu brauchen. <span class="copyright">Symbolbild/APA</span>
Die Angeklagte gab an Geld für eine Nierentransplantation zu brauchen. Symbolbild/APA

Geldstrafe wegen schweren Betrugs: 19-Jährige täuschte vor, Geld für Operation zu benötigen.

Die 19-jährige Angeklagte hat die Hilfsbereitschaft einer 68-jährigen Dornbirnerin missbraucht. Die junge Wienerin behauptete wahrheitswidrig, Geld für eine Operation zu benötigen. Und sie gab vor, die geliehene Summe zurückzuzahlen. So betrog die Österreicherin mit serbischen Wurzeln im Vorjahr die Vorarlbergerin um 15.000 Euro.

Wegen schweren Betrugs wurde die unbescholtene und reumütig geständige Arbeitslose am Dienstag in der Hauptverhandlung am Landesgericht Feldkirch zu einer Geldstrafe von 1200 Euro (300 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt. Zudem wurde sie zur Rückzahlung der erhaltenen 15.000 Euro an die Geldgeberin verpflichtet. Das Urteil, das die Angeklagte annahm, ist nicht rechtskräftig, denn die Staatsanwältin nahm drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Die mögliche Höchststrafe wäre drei Jahre Gefängnis gewesen. Die verhängte Geldstrafe entspricht umgerechnet fünf Monaten Haft.

Nach den gerichtlichen Feststellungen hat die Angeklagte die ihr unbekannte Dornbirnerin auf der Straße angesprochen und mit Erfolg um geliehenes Geld für ihre angeblich bevorstehende Nierentransplantation in Serbien gebeten. Aber die Operation habe es nie gegeben, und die versprochene Rückzahlung des Geldes sei nie erfolgt, sagte Richter Richard Gschwenter in seiner Urteilsbegründung.

Mildernde Umstände

Mildernd gewertet wurden die Unbescholtenheit, das reumütige Geständnis und das Alter unter 21 Jahren. Wegen der beträchtlichen Schadenshöhe sei keine teilbedingte Geldstrafe möglich gewesen, erläuterte der Strafrichter. Andererseits wäre eine Haftstrafe eine zu strenge Sanktion gewesen.

Die verhängte Geldstrafe scheint im Leumundszeugnis nicht auf. Der Wiener Verteidiger teilte mit, seine Wiener Mandantin wolle die 1200 Euro sofort nach der Verhandlung im Landesgericht einzahlen. Das sei nicht möglich, sagte der Richter, weil das Urteil noch nicht rechtskräftig sei.