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Land ist Spitzenreiter bei E-Auto-Neuzulassungen

14.07.2022 • 19:02 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Vorarlberg ist Spitzenreiter bei neu zugelassenen E-Autos.<span class="copyright"> Barbara Gindl</span>
Vorarlberg ist Spitzenreiter bei neu zugelassenen E-Autos. Barbara Gindl

Vorarlberg ist Österreich-Spitzenreiter was neu zugelassene E-Autos betrifft. 17,7 Prozent der im ersten Halbjahr neu zugelassenen ­Autos fahren zu 100 Prozent mit Strom.

Eine Analyse des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) auf Basis der Statistik Austria zeigt, dass Vorarl­berg im ersten Halbjahr österreichweiter E-Pwk-Spitzenreiter bei Neuwagen war. Ganze 17,7 Prozent der neu zugelassenen Autos fahren zu 100 Prozent mit Strom, an zweiter Stelle im Bundesland-Ranking folgt Salzburg mit 15,6 Prozent vor Oberösterreich mit 14,7 Prozent.

In der Landeshauptstadt-Wertung liegt Vorarlberg ebenso an erster Stelle. Der Anteil an E-Autos bei neu zugelassenen Pkw beträgt im Bezirk Bregenz 18,5 Prozent, gefolgt von Innsbruck mit 16,6 Prozent.
Auch innerhalb von Vorarl­berg ist der Bezirk Bregenz Spitzenreiter. Es folgen die Bezirke Dornbirn (17,6 Prozent), Feldkirch (17,4 Prozent) und Bludenz (16,8 Prozent). In keinem Bundesland sind die Unterschiede zwischen den Bezirken so gering wie in Vorarlberg, wie die VCÖ-Analyse zeigt.

Firmen spielen große Rolle

Bei Neuwagen, auch bei Diesel und Benzin-Pkw, würden Firmen die größte Rolle spielen. Im Vorjahr seien zwei Drittel aller in Österreich verkauften Neuwagen auf Firmen oder andere juristische Personen zugelassen gewesen. „Um die Energiewende bei der Autoflotte zu beschleunigen, ist es daher wichtig, bei den Firmenwagen anzusetzen“, betont VCÖ-Expertin Lina Mosshammer. Der VCÖ fordert zudem die Steuerbegünstigung für Firmenwagen, die Diesel oder Benzin verbrennen, abzuschaffen. Zudem sei die Kaufförderung für Plug-in-Hybrid-Pkw nicht gerechtfertigt, da der reale CO2-Ausstoß höher sei als die Herstellerangaben versprechen. Die CO2-Bilanz von E-Autos sei inklusive Fahrzeug- und Batterieherstellung deutlich besser als jene von Pkw mit Verbrennungsmotor. E-Pkws verursachen in der Gesamtbilanz mit österreichischem Strom-Mix (inklusive Importe) im Schnitt um 58 Prozent weniger CO2 als Benzin- und Diesel-Pkw, wird nur Ökostrom getankt, sogar um 74 Prozent weniger, informiert der VCÖ. Die Umweltbilanz von E-Autos könne zudem durch Sharing verbessert werden.

Weiters warnt der VCÖ davor, bei E-Pkws die gleichen Fehler zu begehen wie bei Verbrenner-Autos, wo der Trend zu übergewichtigen und übermotorisierten Modellen den Energieverbrauch in die Höhe trieb. Daher solle man bei E-Autos die Kaufförderung vom Energieverbrauch abhängig machen.

Vorzeigebeispiel Norwegen

Wie schnell die Energiewende bei Pkws gehen kann, zeigt Norwegen. Dort lag der Anteil der E-Autos an den Neuzulassungen im Jahr 2014 mit 12,6 Prozent etwa auf dem Niveau, das Österreich heute hat. Im Jahr 2020 wurden in Norwegen bereits die Hälfte der Neuwagen zu 100 Prozent mit Strom betrieben, und heuer waren bereits drei Viertel der Neuwagen Elektro-Autos. Benzin- und Diesel-Pkw kommen nur noch auf einen gemeinsamen Anteil von sieben Prozent. Damit könnte Norwegen ein Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor noch vor dem Jahr 2030 gelingen, heißt es. Dies wäre aus klimapolitischer Sicht wichtig. Mooshammer hält weiters fest: „Während Haushalte Strom für E-Pkw mit einer Fotovoltaikanlage selber erzeugen können, ist Österreich bei Benzin und Diesel von Rohöl-Importen aus anderen Staaten abhängig.“