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Tödliche Kollision unter Radfahrern

20.07.2022 • 17:53 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Symbolbild/DPA</span>
Symbolbild/DPA

Geldstrafe wegen fahrlässiger Tötung durch Linksabbiegen mit Rad ohne Handzeichen: 61-jähriger Radfahrer prallte beim Überholen gegen Rad des 20-Jährigen und starb im Spital.

Nach einem Zusammenstoß zwischen zwei Radfahrern in Feldkirch starb einer der beiden Lenker. Für den Tod des 61-Jährigen wurde der 20-jährige Radfahrer strafrechtlich verantwortlich gemacht. Der unbescholtene Schüler wurde in der Strafverhandlung am Bezirksgericht Feldkirch wegen fahrlässiger Tötung zu einer teilbedingten Geldstrafe von 640 Euro (160 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Teil 240 Euro. 400 Euro wurden für eine Bewährungszeit von drei Jahren bedingt nachgesehen. Das Urteil, das der Angeklagte annahm, ist nicht rechtskräftig, denn der Bezirksanwalt nahm drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Die mögliche Höchststrafe wäre ein Jahr Gefängnis oder eine Geldstrafe von 720 Tagessätzen gewesen.

Dem geständigen Angeklagten wurde zur Last gelegt, dass er am 7. April gegen 7.55 Uhr auf der Tafernstraße in Feldkirch-Altenstadt beim Linksabbiegen kein Handzeichen gegeben und sich nicht in der Fahrbahnmitte eingeordnet hat. Deswegen fuhr der nachfolgende Radlenker beim Überholen auf ihn auf. Beim Sturz nach dem Zusammenstoß zog sich der Familienvater ein schweres Schädelhirntrauma zu, dem der 61-Jährige zehn Tage später im Landeskrankenhaus Feldkirch erlag.

Mildernde Umstände

Mildernd wertete Richterin Michaela Österle das reumütige Geständnis schon vor der Polizei, die Unbescholtenheit und das Alter unter 21 Jahren. Deshalb sei eine teilbedingte Geldstrafe im unteren Bereich angemessen, meinte die Strafrichterin. Eine Diversion sei nicht möglich, weil durch das fahrlässige Verhalten des Angeklagten ein Mensch gestorben sei. Der Angeklagte wurde dazu verpflichtet, Angehörigen des Verstorbenen 7300 Euro für Bestattungskosten zu bezahlen. Für diese Schadenersatzzahlung komme die Haftpflichtversicherung seines Mandanten auf, berichtete Verteidiger Jan Rudigier.

Der verkehrstechnische Gutachter Christian Wolf meinte, der folgenschwere Unfall auf der 4,80 Meter breiten Straße wäre vermeidbar gewesen, wenn der wohl mit Tempo 15 radelnde Angeklagte spätestens eineinhalb Sekunden vor der Kollision nach hinten geblickt hätte. Der Angeklagte sagte, er habe beim Schulterblick einige Sekunden vor dem Unfall niemanden hinter ihm gesehen. Das wohl deshalb, weil ihm die Sicht durch seine Jackenkapuze teilweise verstellt gewesen sei. Was passiert sei, tue ihm sehr leid.