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3200 Euro Strafe für ein Kinderpornofoto

28.07.2022 • 15:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ein 22-Jähriger leitete vor zwei Jahren pornografisches Material auf WhatsApp weiter. <span class="copyright">AP/Patrick Sison</span>
Ein 22-Jähriger leitete vor zwei Jahren pornografisches Material auf WhatsApp weiter. AP/Patrick Sison

Unbescholtener 22-Jähriger leitete einen Sticker mit verbotener Kinderpornografie auf WhatsApp weiter.

Nach den gerichtlichen Feststellungen hat der damals 20-jährige Mann am 1. Juni 2020 einen Sticker mit verbotener Kinderpornografie auf WhatsApp besessen und dort weitergeleitet. Das trug dem unbescholtenen Angeklagten in der Hauptverhandlung am Landesgericht Feldkirch einen Schuldspruch wegen der Vergehen der pornografischen Darstellung Minderjähriger ein.

Strafrahmen

Dafür wurde der Handwerker, der als Grenzgänger in Liechtenstein 3200 Euro netto verdient, zu einer teilbedingten Geldstrafe von 6400 Euro (160 Tagessätze zu je 40 Euro) verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Teil 3200 Euro. Die anderen 3200 Euro wurden für eine Bewährungszeit von drei Jahren bedingt nachgesehen. Das Urteil, das der Angeklagte annahm, ist nicht rechtskräftig, denn die Staatsanwältin nahm drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Die mögliche Höchststrafe wäre drei Jahre Gefängnis gewesen. Die verhängte Geldstrafe entspricht umgerechnet zwei Monaten Haft.

Keine Erinnerung an Vorfall

Der mittlerweile 22-jährige Angeklagte sagte, er habe keine Erinnerung mehr an den Vorfall. Weil er damals, an einem Pfingstmontag, wohl betrunken gewesen sei. Allerdings gehe er davon aus, dass er auf seinem Smartphone den Sticker weiterverschickt habe. Zumal sonst niemand sein Handy benützt habe.
Mildernd gewertet wurden die Unbescholtenheit, das Geständnis und die verminderte Zurechnungsfähigkeit des zur Tatzeit alkoholisierten Angeklagten. Verteidiger Gerhard Scheidbach sagte, sein Mandant sei nicht pädophil. Der Angeklagte habe den Sticker mit der verbotenen Abbildung per WhatsApp zugeschickt bekommen und, ohne zu überlegen, weiterverschickt.
Der Anwalt beantragte eine Diversion. Der Richter entschied sich gegen eine Einstellung des Strafverfahrens mit einer Geldbuße, weil die Staatsanwältin damit nicht einverstanden war. Die öffentliche Anklägerin meinte, zur allgemeinen Abschreckung sei eine Verurteilung notwendig.