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Was Schnitzel, Kässpätzle und Bier im Ländle kosten

28.07.2022 • 19:39 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Im Bundesländervergleich kostet das Schnitzel in Vorarlberg am meisten. <span class="copyright">NEUE</span>
Im Bundesländervergleich kostet das Schnitzel in Vorarlberg am meisten. NEUE

Steigende Preise bei Einkauf und Energie schlagen bekanntermaßen auch in der Gastronomie durch, allerdings mit regional recht deutlichen Unterschieden.

Wer in letzter Zeit ein Gasthaus oder Restaurant besucht hat, dürfte spätestens beim Zahlen bemerkt haben, wie sehr die Teuerung auch in der Gastronomie durchgeschlagen hat. So muss der Gast für Speisen und Getränke im Schnitt 15 Prozent mehr bezahlen wie noch vor ein paar Monaten. Wie berichtet, variieren die Preise je nach Bundesland stark. Laut einer Erhebung des Meinungsforschungsinstituts OGM isst man das teuerste Wiener Schnitzel in Vorarlberg, dahinter rangieren Tirol und Salzburg. Doch auch in Vorarlberg variieren die Preise teilweise stark – und das nicht nur bei Österreichs Nationalgericht (siehe unten).

Alles hat seinen Preis

Auf die Frage, woran das liegen könnte, sagt Mike Pansi, Gastronomiesprecher in der Wirtschaftskammer: „Wir sind verschieden – Individualisten eben.“ Abhängig davon, wo man essen gehe, müsse man sich auf die Preise des jeweiligen Gasthauses oder Restaurants einstellen. „Wir sind breit gefächert, dementsprechend sind es auch die Preise.“ Natürlich spielt auch die Lage des jeweiligen Lokales eine Rolle. „Die Umgebung wirkt sich in der Kaufkraft beim Preisgefüge aus“, erklärt Pansi.

Mike Pansi ist Gastronomiesprecher in der WKV. <span class="copyright">SAMS</span>
Mike Pansi ist Gastronomiesprecher in der WKV. SAMS

Ganz allgemein führt der Branchensprecher ins Treffen, dass es in der Gastronomie vor allem um den Genuss gehe. „Natürlich könnte man sich das Essen auch selbst zubereiten und den Aufwand auf sich nehmen. Dafür sind wir aber als Art Dienstleister da. Wir nehmen den Aufwand dafür in Kauf.“ Und dieser Aufwand habe seinen Preis, genauso wie die Qualität.
Beim Fleisch sei zudem wichtig, dass man auf das Tierwohl achtet. Laut Pansi legt man gerade in Vorarlberg besonders viel Wert auf Regionalität und Qualität bei den Produkten, sei es Fleisch, Gemüse oder Milch­produkte. „Und das kostet eben“.

Teuerung

Die Inflationsrate ist momentan bei 7,4%. Benzin ist um 42% teurer wie vor einem Jahr. Energiekosten sind ebenfalls um 45% gestiegen. Preise für Nahrungsmittel sind um acht Prozent gestiegen.

Verfügbarkeitsproblem

Der Gastronomiesprecher schildert, dass die Preise für Fleisch, Getreide, Fettstoffe und Molkereiprodukte heuer um 15 Prozent gestiegen sind. Unterschiedliche Gründe sind für die Teuerung verantwortlich. Eine große Problematik sei die reduzierte Verfügbarkeit. „Wenn jeder Gastronom ein gewisses Produkt haben möchte und es nur in einer gewissen Menge gibt, ist es verständlich, dass der Preis des jeweiligen Produktes steigt“, erklärt Pansi.
Die Anhebung der Preise in der Gastronomie sind laut dem Branchensprecher „bitter notwendig“ gewesen. Denn in den letzten Jahren habe es diesbezüglich keine großen Fortschritte gegeben. „Viele Gastronomen sind gerade so mit den Umsätzen zurechtgekommen“, weiß Pansi. Aber am Ende vom Tag müsse man auch von etwas leben. Doch nicht nur die Teuerung bei den Waren ist für den Preisanstieg in der Gastro verantwortlich. „Man muss bedenken, dass die Energiekosten um 45 Prozent in die Höhe gegangen sind. Auch das ist etwas, dass die Gastronomen tangiert. Ebenso die Pachten, die ebenfalls gestiegen sind.“
Der Mangel an Fachkräften wirkt sich ebenfalls aus. Deswegen müsse man jene Mitarbeiter, die man habe, besonders gut pflegen, so Pansi. „Man muss sie entsprechend bezahlen und ­ihnen die zustehenden freien Tage gewähren.“

Gasthaus-Check: So viel kosten Schnitzel mit Beilage, Bier und Kässpätzle in Vorarlberg

Wirtshaus am See in Bregenz. <span class="copyright">hartinger</span>
Wirtshaus am See in Bregenz. hartinger

Wirtshaus am See in Bregenz:
Hier zahlt man für ein Schweineschnitzel 17,90 Euro und für ein Stück vom Kalb 25,90 Euro. Die beliebten Käsespätzle kosten 16,90 Euro. Für ein großes Bier werden 4,90 Euro verrechnet.

Gasthaus Johanniterhof in Feldkirch. <span class="copyright">Hartinger</span>
Gasthaus Johanniterhof in Feldkirch. Hartinger

Gasthaus Johanniterhof in Feldkirch:
Die Gäste des Johanniterhofs zahlen 15,50 Euro für ein Schweineschnitzel und 22,90 Euro für ein Kalbsschnitzel. Käsespätzle kos­ten 15,50 Euro. Der Preis für ein großes Bier beläuft sich auf 4,10 Euro.

Rotes Haus in Dornbirn. <span class="copyright">Hartinger</span>
Rotes Haus in Dornbirn. Hartinger

Rotes Haus in Dornbirn:
Im Roten Haus in Dornbirn zahlt der Gast für Käsespätzle 17,20 Euro. Ein Schweineschnitzel kostet 17,90 Euro, das Kalbschnitzel 23,90 Euro. Für ein großes Bier muss man hier 4,50 Euro auslegen.

Gasthaus Rössele in Nenzing. <span class="copyright">NEUE</span>
Gasthaus Rössele in Nenzing. NEUE

Gasthaus Rössle in Nenzing:
Im Gasthaus Rössle im Oberland kostet das Wienerschnitzel vom Schwein 13,90 Euro, das Kalbschnitzel 22,90 Euro. Für Käsespätzle mit Röstzwiebeln werden 14,10 Euro verrechnet. Das große Bier kostet 3,90 Euro.

Zum Kornmesser in Bregenz.<span class="copyright"> APA/BARBARA GINDL</span>
Zum Kornmesser in Bregenz. APA/BARBARA GINDL

Zum Kornmesser in Bregenz:
Im Kornmesser werden für ein Schweinsschnitzel 17,90 Euro berechnet. Ein Kalbschnitzel kostet 26,90 Euro. Ein großes Bier kommt auf 4,90 Euro. Käsespätzle stehen nicht auf der Karte.

Gasthof Krönele in Lustenau. <span class="copyright">Stiplovsek </span>
Gasthof Krönele in Lustenau. Stiplovsek 

Gasthof zum Krönele in Lustenau:
Ein Wienerschnitzel vom Kalb kostet im Krönele genau 28 Euro, ein Schweinsschnitzel 17 Euro. Käsespätzle mit Röstzwiebeln kosten 16,50 Euro. Für ein Bier berechnet man hier 4,50 Euro.

Von Petra Milosavljevic