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Arbeitslose: Keine Spur von Krieg und Krise

01.08.2022 • 19:31 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der heimische Arbeitsmarkt entwickelt sich positiv. <span class="copyright">Hartinger</span>
Der heimische Arbeitsmarkt entwickelt sich positiv. Hartinger

Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen und Schulungsteilnehmer ging deutlich zurück. Weniger positiv sieht es bei der Besetzung offener Stellen aus.

Die positive Entwicklung am österreichischen Arbeitsmarkt hat sich im Juli trotz des Ukraine-Kriegs und der Rekordteuerung fortgesetzt. Auch in Vorarlberg ist die Zahl der Arbeitslosen weiter im Sinkflug.

Ende des Vormonats waren hierzulande 8313 Personen beim AMS als arbeitslos gemeldet, das sind um 184 Personen beziehungsweise 15,1 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Auch die Zahl der Schulungsteilnehmer ging um 154 auf 1600 Personen zurück. Weiter hoch ist allerdings die Zahl der offenen Stellen.

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AMS

Starkes erstes Quartal

Nach Einschätzung von AMS-Landesgeschäftsführer Bernhard Bereuter profitiert der Vorarlberger Arbeitsmarkt nach wie vor von der sehr starken wirtschaftlichen Wachstumsdynamik im ersten Quartal 2022. So waren Ende des Vormonats 174.000 Vorarlberger als unselbstständige Erwerbstätige registriert, das entspricht einem Plus von 3000 Personen beziehungsweise 1,6 Prozent.
Allerdings haben immer noch viele Unternehmen Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen. „Wir gehen daher davon aus, dass sich die schwächere wirtschaftliche Dynamik in den nächsten Monaten noch nicht auf den Arbeitsmarkt auswirken wird“, meint Bereuter.

AMS-Landesgeschäftsführer Bernhard Bereuter: „Der Voralberger Arbeitsmarkt profitiert nach wie vor vom sehr starken Wirtschaftswachstum im ersten Quartal. “ <span class="copyright">SAMS</span><br>
AMS-Landesgeschäftsführer Bernhard Bereuter: „Der Voralberger Arbeitsmarkt profitiert nach wie vor vom sehr starken Wirtschaftswachstum im ersten Quartal. “ SAMS
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AMS

Mehr verfügbare Stellen

Wie aus der gestern veröffentlichten Statistik hervorgeht, hat sich die Zahl der beim AMS gemeldeten sofort verfügbaren Stellen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1116 auf 5860 Stellen erhöht. Zuwächse gab es etwa in den Metall- und Elektroberufen (+260), bei Bürojobs (+174) und den Handelsberufen (+157), weniger verfügbare Stellen gibt es hingegen im Fremdenverkehr (-87) und bei den Friseuren (-26). Auch im Bereich Lehrstellen tut sich eine Kluft auf. 365 offene Lehrstellen standen Ende Juli 161 Lehrstellensuchenden gegenüber.

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Weniger Langzeitarbeitslose

Mit knapp 30 Prozent recht deutlich zurückgegangen ist auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen. Ende Juli gab es 1784 Menschen, die seit mehr als einem Jahr keinen Job haben. Die vorläufig geschätzte Arbeitslosenquote beläuft sich auf 4,6 Prozent. Damit liegt Vorarlberg unter dem österreichweiten Schnitt von 5,5 Prozent. Noch besser schneiden Tirol (2,7), Salzburg (2,8) und Oberösterreich (3,7) ab. Bereuter weist zudem darauf hin, dass die Zahl der Arbeitslosen um 4,7 Prozent unter dem Vorkrisenniveau von Juli 2019 lag. Weniger Arbeitslose in einem Juli gab es zuletzt vor zehn Jahren. Damals waren 8182 Personen beim AMS als arbeitslos gemeldet.

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Landesrat Tittler erfreut

„Die heimische Wirtschaft beweist eine hohe Resilienz“, freut sich der ressortzuständige Landesrat Marco Tittler über die positive Entwicklung am Vorarlberger Arbeitsmarkt. Dies sei aber kein Grund, die Bemühungen im Bereich Qualifizierung und Beschäftigung zurückzuschrauben. Tittler wies darauf hin, dass 44 Prozent der vorgemerkten Arbeitslosen als höchste abgeschlossene Ausbildung nur einen Pflichtschulabschluss nachweisen könnten. Hier gelte es weiter anzusetzen.