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Anklage: Missbrauch und Vergewaltigung

03.08.2022 • 18:37 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Symbolbild/Hartinger

16-Jähriger soll 13-Jährige mehrfach schwer missbraucht und einmal vergewaltigt sowie 11-Jährige einmal missbraucht haben. Noch kein Urteil im Prozess, der vertagt wurde.

Wegen des Verbrechens der Vergewaltigung, der Verbrechen des schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen und des Verbrechens des sexuellen Missbrauchs von Unmündigen muss sich der mittlerweile 17-jährige Untersuchungshäftling vor Gericht verantworten. Die Hauptverhandlung am Mittwoch am Landesgericht Feldkirch endete ohne Urteil. Der Schöffenprozess unter dem Vorsitz von Richterin Sabrina Tagwercher wurde zur Befragung weiterer Zeugen vertagt.

Verdacht auf Vergewaltigung

Für den Fall einer Verurteilung im Sinne der Anklage drohen dem Jugendlichen bis zu fünf Jahre Gefängnis. Für den Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung. Staatsanwalt Philipp Höfle sagte in seinem Anklagevortrag, der damals 16-jährige Angeklagte werde verdächtigt, am 13. Mai in Dornbirn im Freien ein 13-jähriges Mädchen vergewaltigt zu haben. Demnach soll er der Unmündigen den Fluchtweg mit einer Tonne versperrt und sie danach mit Gewalt zum Sex gezwungen haben. Zuvor sei es zwischen Dezember 2021 und April 2022 fünf Mal zu einvernehmlichem Sex zwischen dem 16-Jährigen und der 13-Jährigen gekommen, so der öffentliche Ankläger. Weil das Mädchen noch nicht 14 Jahre alt und damit unmündig war, wurden die sexuellen Handlungen als schwerer sexueller Missbrauch von Unmündigen angeklagt.
Zudem soll der Südosteuropäer am 22. April in Dornbirn ein elfjähriges Mädchen im Intimbereich berührt haben. Dazu erfolgte die Anklage wegen sexuellen Missbrauchs von Unmündigen.

Unwissen über Alter

Verteidiger Halil Arslan beantragte im Eingangsplädoyer einen Freispruch. Der Angeklagte habe die 13-Jährige nicht vergewaltigt, sondern zwei Mal einvernehmlichen Sex mit ihr gehabt. Sein Mandant habe dabei angenommen, dass das Mädchen schon 16 Jahre alt sei. Deshalb habe er keinen Vorsatz zum Missbrauch gehabt. Sein Klient habe das Mädchen nicht vergewaltigt. Beim elfjährigen Mädchen sei der Angeklagte davon ausgegangen, dass es bereits 14 Jahre alt sei. Die beiden mutmaßlichen Opfer seien nicht glaubwürdig, weil sie widersprüchliche Angaben gemacht hätten, sagte der Verteidiger. Das elfjährige Mädchen sei in seinen Mandanten verliebt gewesen.

Vorbestraft

Ab der Einvernahme des Angeklagten wurde die Öffentlichkeit von der Verhandlung ausgeschlossen. Der 17-jährige Arbeiter ist mit zwei Vorstrafen belastet, wegen Sachbeschädigung sowie wegen pornografischer Darstellung Minderjähriger.