Österreich

Kronzeugenstatus für Sabine Beinschab

03.08.2022 • 12:49 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Meinungsforscherin Sabine Beinschab
Meinungsforscherin Sabine Beinschab (c) APA/CHRISTIAN FORCHER (CHRISTIAN FORCHER)

Laut “Presse” habe die Meinungsforscherin nun offiziell den Status erhalten. Sie soll der WKStA auch dabei helfen, an Ex-Kanzler Kurz und sein Umfeld zu kommen.

Die Meinungsforscherin Sabine Beinschab wird Kronzeugin in der Umfragen-Affäre. Das berichtet die “Presse”. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) verspricht sich vom Status, den man für sie bereits im Frühjahr beantragt hatte, mehr Informationen über die Involvierung von Ex-Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und sein Umfeld. Oberstaatsanwaltschaft und Justizministerium sollen dem Ansuchen nun nachgekommen sein.

Beinschab selbst packte nach der Razzia, die im Herbst 2021 bei ihr stattgefunden hatte, aus und gestand, partiepolitische Fragen in Umfragen platziert zu haben. Eine entscheidende Rolle soll dabei auch ihre frühere Kollegin, Ex-Familienministerin Sophie Karmasin, gespielt haben. Sie soll die Aufträge eingefädelt und selbst großzügig mitkassiert haben. Verteidiger der durch sie Beschuldigten monierten, dass Beinschab nicht freiwillig, sondern erst nach der Razzia kooperiert habe und deshalb keine Kornzeugin sein könne. Die Entscheidung könnte laut “Presse” Vorbildwirkung für andere Fälle haben.

Kanzleramt liefert keine SPÖ-Beinschab-Akten

Die Volkspartei hatte sich bisher durch Beinschabs Einvernahme als Beschuldigte – in der die Meinungsforscherin nicht unter Wahrheitspflicht stand – entlastet gesehen. Gleichzeitig sah die ÖVP die SPÖ unter Druck: Beinschab hatte unter anderem ausgesagt, dass auch aus der roten Partei “sehr deutliche Wünsche” hinsichtlich Umfrageergebnisse geäußert worden seien – und dass es zwischen 2009 und 2013 Aufträge aus dem roten Kanzleramt gegeben habe.