Kultur

Synthie-Pop in der Poolbar

03.08.2022 • 18:19 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Einblick in das Konzert von Everything Everything. <span class="copyright">Furxer</span>
Einblick in das Konzert von Everything Everything. Furxer

Am Dienstag waren Everything Everything mit einem Mix aus R’n’B, Indie, Alternative, Post Punk, Funk, Psychedelia und Artpop in der Poolbar zu erleben.

Die britische Band Everything Everthing und die heimischen Fiesta Forever sorgten für Popklänge in Reinkultur.

Heimspielbonus

Vorarlberger, die in Wien ihr Bandglück versuchen und dann zum Stelldichein in die Poolbar kommen, sind immer gern gesehene Gäste. So geschehen auch an diesem Abend bei Fiesta Forever. Der Dialekt in den Ansagen und eine gewisse Schüchternheit gaben ihnen zudem einen sympathischen Heimspielbonus. Britische Popgitarren gepaart mit englischem Gesang verwandelten ihren Sound zu einer echten Partymucke, der man gerne länger zugehört hätte.

Synthie-Pop Klangwelten

Wir schreiben das Jahr 2022 und der Synthie-Pop ist mit dem aus Manchester stammendem Quartett Everything Everything wieder voll und ganz im Mainstream angekommen. Aber nicht nur das: Alle vier bedienten sich ihrer Stimme und sangen so mehrstimmige Lieder, die das Publikum in überraschende Klangwelten eintauchen ließ.
Gespickt sind ihre Werke außerdem mit Indie-Artpop-Elementen. Ihr aktuelles Album „Raw Data Feel“ ist gefühlt noch poppiger und straight ahead ausgefallen als die Vorgänger. Der Sound war daher maximal tanzbar und es wurden auch ordentlich die Hüften geschwungen.
Die klare Erkenntnis folge sogleich: Diese Band spielt nicht erst seit gestern zusammen. 15 Jahre Bandgeschichte wurden hier in eine Show gedampft: Jedes Lied war auf den Punkt genau getimed und saß einfach wie ein guter Anzug.

Künstliche Intelligenz

Was allerdings unterging, waren sowohl die Klangfarben der Gitarre wie auch die des Basses. Auch die differenzierten Keyboardsounds kamen beim Liveset nicht ganz so zur Geltung wie auf dem Album. Frontsänger Jonathan Higgs macht jedoch vieles mit seinem charismatischen Auftreten wieder gut.
Mit Fortdauer des Sets verlor die Band etwas ihren Schwung. Die Songs klangen stellenweise doch sehr ähnlich. Hoffentlich war das kein Resultat des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz, dem sie beim Songwriting Platz gaben.
Im Zugabenset brachten sie erwartungsgemäß ihren absoluten Knaller „Distant Past“ unter (über 23 Millionen Klicks auf einer bekannten Musikplattform), der sich durch Sprechgesangelemente von den zuvor gespielten Songs deutlich abhob. Auch „No Reptiles“ gesellte sich zu oben genanntem Superhit und rundete so ihren Auftritt doch sehr gekonnt ab.


Infos unter: www.poolbar.at

Von Daniel Furxer