International

Hausdurchsuchung bei russischer Journalistin

10.08.2022 • 13:19 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Die Journalistin musste wegen ihren Protest-Aktionen bereits eine Geldstrafe zahlen. <span class="copyright">AFP/NEMENOV</span>
Die Journalistin musste wegen ihren Protest-Aktionen bereits eine Geldstrafe zahlen. AFP/NEMENOV

Wegen der angeblichen Verbreitung von Falschinformationen das Haus der Journalistin Marina Owsjannikowa durchsucht worden. Gegen sie sei ein Strafverfahren eröffnet worden.

Die frühere Mitarbeiterin des russischen Staatsfernsehens hatte globale Bekanntheit erlangt, als sie im März während einer abendlichen Nachrichtensendung im Hintergrund ein Plakat hochhielt, auf dem sie ein Ende des Krieges in der Ukraine forderte und dazu aufrief, nicht der russischen Propaganda zu glauben. “Sie lügen euch hier an”, erklärte sie. Sie kündigte ihren Job als Produzentin und wurde wegen Abwertung des Militärs mit einer Geldstrafe belegt.

Der Fall gegen die Journalistin wurde unter einem neuen Gesetz eröffnet, das Äußerungen gegen das Militär unter Strafe stellt, wie Sachwatow sagte. Bei einer Verurteilung drohen bis zu 15 Jahre Haft. Der Anwalt sagte der unabhängigen Nachrichtenseite Medusa, der Fall stehe vermutlich in Verbindung zu einem Protest seiner Mandantin im Juli, bei dem diese ein Banner gehalten hatte, auf dem stand: “(Der russische Präsident Wladimir) Putin ist ein Mörder, seine Soldaten sind Faschisten.” In der Messaging-App Telegram erklärte er, es werde erwartet, dass Owsjannikowa nach der Razzia vom russischen Ermittlungskomitee befragt werde.

Nach ihrer Kündigung wurde Owsjannikowa gewissermaßen zur Aktivistin und bezog weiter öffentlich Stellung gegen das russische Vorgehen in der Ukraine. In den vergangenen Wochen musste sie zwei weitere Male Geldstrafen zahlen.

APA