Lokal

Pensionist verletzte und bedrohte seinen Neffen

10.08.2022 • 13:39 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Symbolbild/Hartinger

Physische und verbale Gewalt unter verwandten Nachbarn: 83-Jähriger wegen Körperverletzung und gefährlicher Drohung verurteilt, Geldstrafe auch für seinen Sohn.

Selbst Verteidiger Pius Schneider sagte, „ich bin froh, dass ich nicht in dieser Nachbarschaft wohne“. Denn die verwandten Nachbarn gehen in der Gemeinde im Bezirk Bludenz seit Jahren aggressiv miteinander um.

In der Vergangenheit wurde bereits der Neffe rechtskräftig verurteilt, weil er nach den gerichtlichen Feststellungen seinen Onkel gefährlich bedroht hatte. Am Mittwoch hingegen wurde der 83-jährige Onkel schuldig gesprochen, weil er laut Urteil seinen Neffen verletzt, zu verletzen versucht und mehrfach bedroht hat.

Gefährliche Drohung

Bestraft wurde in der Hauptverhandlung auch sein 53-jähriger Sohn, der dasselbe Opfer, seinen Cousin, mehrmals bedroht haben soll. Wegen versuchter Nötigung und gefährlicher Drohung wurde über den 53-jährigen Erstangeklagten eine Geldstrafe von 960 Euro (240 Tagessätze zu je 4 Euro) verhängt. Davon beträgt der unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Teil 480 Euro.
Der 83-jährige Zweitangeklagte wurde wegen Körperverletzung, versuchter Körperverletzung und gefährlicher Drohung zu einer Geldstrafe von 4800 Euro (240 Tagessätze à 4 Euro) verurteilt, davon 2400 Euro unbedingt. Die Urteile sind nicht rechtskräftig. Die unbescholtenen Angeklagten und Staatsanwalt Markus Fußenegger nahmen drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Die mögliche Höchststrafe wäre ein Jahr Gefängnis gewesen. Die verhängten Geldstrafen entsprechen vier Monaten Haft.

Weitere Strafverfahren befürchtet

Nach Ansicht von Richter Theo Rümmele hat der 83-Jährige im August 2021 eine tönerne Gartenfigur auf seinen Neffen geworfen und so eine Schürfwunde verursacht. Demnach hat der Pensionist zudem seinen jungen Verwandten im September 2021 mit geworfenen Steinen zu verletzen versucht, ihn aber nicht getroffen. Des Weiteren hat der Rentner, so der Strafrichter, seinem Nachbarn bei mehreren Vorfällen damit gedroht, ihn langsam umzubringen, zu erschlagen und zu schlagen.

Der 53-Jährige hat dem erstin­stanzlichen Urteil zufolge seinem Cousin damit gedroht, ihm ein Messer in den Hals zu stechen. Danach hat er zu ihm gesagt, er werde ihm eine Schaufel auf den Kopf schlagen. Die beiden Angeklagten sollen außerdem mehrfach mit Autos absichtlich knapp auf den Nachbarn zugefahren sein.

Die Angeklagten bestreiten alle Tatvorwürfe. Staatsanwalt Markus Fußenegger merkte an, die nachbarschaftlichen Beziehungen der Verwandten seien derart zerrüttet, dass weitere Strafverfahren zu befürchten seien.