Kultur

Die Suche nach Wahrheit und einer gerechten Welt

13.08.2022 • 12:50 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Organisatoren des FAQ Matthias Felsner, Aurelia Batlogg-Windhager und Martin Fetz (von links).<span class="copyright"> Ian Ehm</span>
Die Organisatoren des FAQ Matthias Felsner, Aurelia Batlogg-Windhager und Martin Fetz (von links). Ian Ehm

Ende August starte die siebte Auflage des FAQ Festivals im Bregenzerwald. Die Diskussionen, Lesungen und Gespräche reichen von der Propagande in Medien bis zum Klima.

Warum nicht?“ Das ist das Motto des diesjährigen FAQ-Festivals, das von 29. August bis 4. September im Bregenzerwald die ganz großen Fragen aufwirft und einen Diskurs für Dinge schafft, „die uns momentan in unserer Gesellschaft beschäftigen“, sagt die Organisatorin Aurelia Batlogg-Windhager.

Gesellschaftspolitisch

In den 30 Veranstaltungen, die an 17 Orten stattfinden, geht’s ums Klima, um Gerechtigkeit und Wahrheit, Propaganda in den Medien, um die von Corona gespaltene Gesellschaft, aber auch darum, wie wir leben (wollen). Unweigerlich ist auch vieles vom Krieg überschattet.

Einige der Mitarbeiter von „Frequently asked Questions“ sind im Bregenzerwald aufgewachsen, leben aber schon lange woanders. Mit dem Forum soll das Eis zwischen städtischer und ländlicher Bevölkerung gebrochen und gemeinsam auf den Tisch gebracht werden, was „uns im Kern alle bewegt“. „Denn im Grunde wollen wir alle dasselbe: Dass unsere Kinder in Sicherheit aufwachsen und die Welt gerecht und gut ist.“, so Batlogg im Interview.

Ernste Themen

Batlogg spricht über die schwierigen Bedingungen, in denen das FAQ Festival die letzten Jahre nur mit eingeschränkten Besucherzahlen stattfinden konnte und auch über eine große Euphorie letztes Jahr in der Aussicht auf eine Zeit, in der die Pandemie überwunden und plötzlich alles möglich schien.

Doch viel zu schnell folgte die Ernüchterung und so war es im Februar mit dem Ausbruch des Krieges in Europa undenkbar, im Spätsommer ein Festival zu veranstalten. Während das Thema „Warum nicht?“ davor mit einer Essenz der Leichtigkeit behaftet war, habe es nun eine große Ernsthaftigkeit bekommen.“, erklärt Batlogg.

Geboten wird in den sechs Tagen eine Mischung aus verschiedenen Formaten wie Talkrunden, Workshops, Konzerten aber auch Wanderungen, die in wechselnden Orten stattfinden. Das Konzept dahinter sei „gemeinsam unterwegs zu sein“, um auf dem Weg den Kopf für die Inhalte freizubekommen, sagt Batlogg. Es wird versucht, immer neue Locations zu finden, die den Menschen vertraut sind und wo auch normales Leben stattfindet. Dieses Jahr neu dabei ist die Lagerhalle der Brüder Metzler. „Eine wunderschöne Holzkonstruktion, ein besonderer Ort“, an dem der Universalkünstler André Heller zu sehen und hören sein wird. Aber auch die Lebenshilfe Bezau wird als Veranstaltungsort genutzt, um verschiedene Menschen miteinander zu verbinden.

Meinung und Lüge

In interdisziplinären Talkrunden werden Fragen aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. In „Warum nicht einfach die Wahrheit sagen?“, will man „in Zeiten, in denen jeder auf die eigene Meinung pocht“ und „Fakten verschleiert werden“ herausfinden, wie man Wahrheit von Lüge und Propaganda unterscheiden kann. In „Warum nicht miteinander?“ widmet sich eine Talkrunde den Schwierigkeiten „unterschiedliche Meinungen in einer Gesellschaft auszuhalten“. Dabei werden Lösungen für geglückte Diskussionen miteinander gesucht, in der auch verschiedene Haltungen erlaubt sind. Die dritte große Talkrunde „Warum nicht anders?“ greift Themen rund um Wirtschaft und Klima auf und versucht herauszufinden, wie zukunftsfähige Weltordnungen aussehen könnten.

Infos unter: www.faq-bregenzerwald.com