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In Bludenz kann der Storch nun wieder landen

16.08.2022 • 19:43 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
30 Babys aus dem Raum Bludenz kamen in den vergangenen 30 Tagen in den Spitälern in Feldkirch, Dornbirn und Bregenz zur Welt. <span class="copyright">Mathis Fotografie</span>
30 Babys aus dem Raum Bludenz kamen in den vergangenen 30 Tagen in den Spitälern in Feldkirch, Dornbirn und Bregenz zur Welt. Mathis Fotografie

Vor einem Monat wurde die Geburtenstation unter großem Aufschrei vorübergehend geschlossen. Jetzt kann in Bludenz wieder entbunden werden.

Rund 30 Babys aus dem Raum Bludenz haben während der einmonatigen Schließung der Geburtenstation das Licht der Welt erblickt. Gemeinsam mit ihren Müttern wurden sie auf den geburtshilflichen Stationen der Landeskrankrankenhäuser Feldkirch und Bregenz sowie des Krankenhauses Dornbirn umsorgt.
Der Regelbetrieb auf der Gynäkologie blieb während der temporären Schließung bestehen. Durch die rege Zusammenarbeit der beiden Standorte Bludenz und Feldkirch und die zentrale Leitung der Gynäkologie durch Primar Burghard Abendstein seit Anfang des Jahres 2022 sei durchgehend eine optimale Versorgung der Patienten gewährleistet gewesen, versichert die Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHGB) in einer Aussendung.

„Der Fokus in Bludenz wird zukünftig auf tagesklinische Eingriffe gerichtet. Die Ausweitung einer wohnortnahen Geburtshilfe ist ein weiterer Schwerpunkt.“

Burghard Abendstein, Leiter Gynäkologie

Fokus auf Tageschirurgie

Neben dem Erhalt und der Ausweitung der Geburtshilfe soll der Fokus in Bludenz zukünftig auf tagesklinische Eingriffe gerichtet werden. Aus der künftigen Konzentration im LKH Bludenz erwartet sich der Primar auch Vorteile für die Gynäkologie und Geburtshilfe in Feldkirch: „Wir haben zukünftig noch mehr Kapazität, um uns in Feldkirch auf die zertifizierten Bereiche Brustkrebszentrum, Endometriose-Zentrum sowie Tumor-Chirurgie zu konzentrieren. Damit einher geht die Weiterentwicklung der gynäkologischen Roboterchirurgie“, teilte Abendstein mit.

Politischer Wirbel

Als Grund für die Schließung, die von 15. Juli bis eben gestern dauerte, nannte die KHBG die im Sommer generell ausgedünnte Personaldecke und einen sehr hohen Stand an Überstunden, der abgebaut werden müsse. Die Entscheidung sorgte für politischen Wirbel. Kritik kam von den Landtagsabgeordneten Elke Zimmermann (SPÖ) und Nicole Hosp (FPÖ), aber auch Standort-Bürgermeister Somon Tschann (ÖVP) zeigte sich wenig erfreut. Er forderte eine langfristige Verbesserung der Personaldecke. Die Geburtenstation des LKH Bludenz stelle für die 29 Gemeinden des Bezirkes eine zentrale Rolle in der medizinischen Basisversorgung dar.

Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (ÖVP) kündigte eine bessere Vernetzung der Geburtshilfe an. Dazu soll ein eigener Kompetenzverbund mit eigenem Personalpool ausgearbeitet werden.