Kultur

Großer Erfolg mit dem Spiel auf dem See

19.08.2022 • 20:01 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Das erfolgreiche Spiel auf dem See. <span class="copyright">Stiplovsek </span>
Das erfolgreiche Spiel auf dem See. Stiplovsek 

Am Sonntag findet die letzte Aufführung der diesjährigen Bregenzer Festspiele statt. Veranstalter zogen Bilanz.

Morgen um 23 Uhr enden die Bregenzer Festspiele. Bisher haben 153.000 Zuschauer die Madame Butterfly-Inszenierung erlebt. Nach der gestrigen Regenabsage folgen noch zwei weitere Aufführungen im diesjährigen Festspielsommer. Am Freitag erfolgte eine vorläufige Bilanz.

Vierte Regenabsage

Zum Stand der Pressekonferenz am Freitagvormittag hat es drei Schlechtwetter-Absagen des Spiels auf dem See gegeben. Am Abend musste auch die Vierte Absage bekanntgegeben werden. Zuletzt hat es 1986 bei der „Zauberflöte“ vier Regenabsagen gegeben. Erst ab der dritten und bis zur siebten Absage zahlt die Versicherung, dennoch sei man im Budget, so der kaufmännische Direktor Michael Diem.

„Festspielpräsident Hans-Peter Metzler sprach von einer Fulminanz und einer noch nie gehörten Programmweite eines „unglaublichen Sommers“, der für große Begeisterung der Besucher sorgte. Madame Butterfly sei die meistbesuchte Puccini Oper am See gewesen. Somit habe sich der Trend vom letzten Jahr fortgesetzt.

Auch Intendantin Elisabeth Sobotka zeigte sich sehr positiv gestimmt, sei aber nach der gestrigen Premiere von „Melencolia“ auch melancholisch darüber „wie sich die Zeit verändern kann, wenn man die Festspiele erlebt“. Sobotka freute sich besonders über Reaktionen des jungen Publikums, das „beinhart (die Rolle des) Pinkerton ausgebuht hat.“ Trotz der „großen Enttäuschung“ über die Regenabsage am Premierentag, sei Madame Butterfly zwar ein Stück das „den See braucht, um noch eine Geschichte zu erzählen“, aber auch ein Stück, das „drinnen“ genauso wie draußen funktioniere.

Intendantin Elisabeth Sobtoka bei der Pressekonferenz am Freitag. <span class="copyright">Paulitsch</span>
Intendantin Elisabeth Sobtoka bei der Pressekonferenz am Freitag. Paulitsch

Erfolgreiche Musik

Sobotka erklärte sich den großen Erfolg mit der Musik von Puccini. Die Anbahnung für das Stück erfolgte bereits vor fünf bis sechs Jahren. Obwohl Butterfly sehr anders ist als Rigoletto, sei die Faszination von Anfang an da gewesen. Laut Metzler gab es keine größeren Probleme, die größte Herausforderung sei „mit dem Erfolg umzugehen.“
Am Sonntagabend wird mit dem Spiel auf dem See der letzte Spieltag zu Ende gehen. Am Montag soll bereits der Abbau der Tribüne beginnen. Das Bühnenbild wird eingewintert, empfindliche Geräte wie Akustik und Scheinwerfer werden abgebaut. Bis zur Wiederaufnahme im Juli werden einige Sanierungsmaßnahmen durchgeführt. So wird es Erweiterungen im Bereich der Werkstattbühne geben, zudem soll das Haus thermisch saniert und ökologisiert werden.

Ausblicke

Nach einer Saison „der Standing Ovations“, wird es nächstes Jahr wieder ein Blasmusikmatinee geben und für 2024 ist eine weitere Orchesterakademie geplant.

Diem sprach von einer 100-Prozent-Auslastung für “Madame Butterfly” Der Kartenverkauf für nächstes Jahr startet am 3. Oktober. Momentan sind 26. Madame Butterfly Aufführungen geplant, eine 27. ist in Option. Die Intendantin Sobotka wird nach dem Sommer 2024 nach Berlin zur Staatsoper Unter den Linden, in eines der weltweit führenden Opernhäuser wechseln.
Wie Sobotka sagt, sei der Wechsel eine „schwere und einschneidende Entscheidung“ gewesen. Neben der Liebe zu Berlin, sei das großartige Ensemble und die ganzjährige Öffnung der Staatsoper ausschlaggeben gewesen.
Die Stelle der neuen Festspielintendanz soll am 1. Oktober ausgeschrieben werden, danach sei sechs Wochen Zeit für die Bewerbungsphase. Wie Metzler betont, soll die Besetzung „wie letztes Mal“ nach professionellen und international üblichen Standards erfolgen. Der fünfköpfige Stiftungsvorstand werde eine professionelle Beratungsagentur engagieren, in diesem Fall das Personalmanagement-Unternehmen Egon Zehnder, welches bei der Findung hilft und den Prozess führt, erklärt Metzler.

Zudem wird ein kleiner Expertenrat zur Beratung einberufen. Gesucht wird eine Persönlichkeit, die mit dem wichtigen Festivalcharakter umgehen kann und sich der Bedeutungen der Aufführungen am See bewusst ist. Die neue Festspielintendanz „muss verstehen, wie die Bregenzer Festspiele funktionieren“, ansonsten braucht es „Mut, Kreativität und eine großartige Führung“, sagt Metzler.

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