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Schwer verletzt: Baby zwei Mal geschüttelt

23.08.2022 • 15:51 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ein Vater gab zu, sein Baby zwei Mal geschüttelt zu haben.<span class="copyright"> symbolbild/hartinger</span>
Ein Vater gab zu, sein Baby zwei Mal geschüttelt zu haben. symbolbild/hartinger

Geldstrafe und bedingte Haftstrafe für unbescholtenen 28-Jährigen wegen schwerer Körperverletzung. Vater verlor bei zwei Vorfällen Kontrolle, als Säugling schrie.

Der geständige Angeklagte hat sein schreiendes Baby im Vorjahr gleich bei zwei Vorfällen minutenlang geschüttelt. Sein Sohn wurde dabei jeweils schwer verletzt. Das Kleinkind erlitt jeweils ein Schütteltrauma und andere Verletzungen.

Wegen der Verbrechen der schweren Körperverletzung wurde der unbescholtene Saisonarbeiter am Dienstag in der Hauptverhandlung am Landesgericht Feldkirch zu einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe von sechs Monaten und einer unbedingten, dem Gericht zu bezahlenden Geldstrafe von 1800 Euro (360 Tagessätze zu je 5 Euro) verurteilt.

Als Schadenersatz hat der 28-Jährige der ÖGK 41.000 Euro für Behandlungskosten und dem Opfer vorerst 5000 Euro zu bezahlen. Zudem hat der Unterländer für allfällige künftige Schäden aus den Vorfällen zu haften. Das Urteil von Richterin Silke Sandholzer ist nicht rechtskräftig. Der Strafrahmen betrug sechs Monate bis fünf Jahre Gefängnis. Die verhängte kombinierte Strafe entspricht einem Jahr Haft.

In Panik geraten

Beim zweiten Vorfall im Oktober 2021 verständigte der Angeklagte die Rettung. Vor der Polizei gab er von sich aus an, dass er seinen kleinen Sohn bereits bei einem früheren Vorfall im Spätsommer 2021 minutenlang geschüttelt habe. Er habe das stundenlang schreiende Baby nicht beruhigen können, sagte der Angeklagte vor Gericht. Daraufhin sei er in Panik geraten und habe die Kontrolle verloren. Sie verstehe, dass man mit einem schreienden Kind überfordert sein könne, sagte Richterin Sandholzer. „Aber ein Baby zu schütteln, kann nicht die Lösung sein.“

Beim zweiten Vorfall im Oktober 2021 war das Opfer vier Monate alt. Das schwer verletzte Kind musste in einem Landeskrankenhaus behandelt werden. Eine Sozialarbeiterin der Bezirkshauptmannschaft Bregenz sagte vor Gericht als Zeugin, das inzwischen 14 Monate alte Kind sei derzeit gesund. Es habe zuvor wegen der Vorfälle motorische Schwierigkeiten gehabt. Denn es habe vorübergehend nicht sitzen können.

Der medizinische Gutachter meinte, bei Babys mit erlittenem Schütteltrauma sei statistisch gesehen mit hoher Wahrscheinlichkeit mit gesundheitlichen Dauerfolgen zu rechnen. Im konkreten Fall könne aber noch nicht eingeschätzt werden, ob bei dem kleinen Buben im Verlauf seiner Entwicklung Dauerschäden eintreten werden oder nicht. Das Kind befindet sich derzeit in Pflege bei seiner Großmutter.

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