Flora

Bereits jetzt an den Winter denken

27.08.2022 • 13:55 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Ursula Kopf erklärt, welche Pflanzen sich auch für die kalte Jahreszeit eignen. <span class="copyright">Rammel</span>
Ursula Kopf erklärt, welche Pflanzen sich auch für die kalte Jahreszeit eignen. Rammel

Wer auch in der kalten Jahreszeit nicht auf kostengünstiges Gemüse aus dem eigenen Garten verzichten will, muss bereits jetzt schon aktiv werden.

Die Ernte läuft. Ständig werden Flächen im Hochbeet oder Gemüsegarten frei. Gerade rechtzeitig, denn diese werden schon bald wieder für die Winterernte gefüllt. Zum Zug kommen dabei besonders robuste Gemüsearten, die auch leichte Fröste aushalten. Im ungeheizten Gewächshaus sind späte Ernten noch leichter zu erzielen. Da wachsen Pflanzen auch bei starkem Frost.

Besonders geeignet sind dafür Grün- und Sprossenkohl. Diese Vitaminbringer werden im Regelfall schon im Juni gepflanzt und zählen in vielen Gärten zur Standardbelegung. Aktuell gibt es noch gelegentlich vorgezogene Pflanzen im Topf. Bei Kohlgewächsen muss besonders auf Schädlingsbefall geachtet werden. Kleine Weiße Fliegen siedeln sich oft an den Blattunterseiten an und vermehren sich in den kommenden Monaten stark. Dies kann mit biologischen Gegenmaßnahmen behandelt werden, wie mit Kaliseifenpräparaten oder Rapsöl. Damit müssen die Tiere und die Blattunterseite eingesprüht werden. Sodass es gar nicht erst dazu kommt, sollten Pflanzen von Beginn an vorbeugend mit feinmaschigen Netzen geschützt werden. Das gilt für alle Kohlgewächse wie etwa Wirsing und Chinakohl. Diese ziehen Schmetterlingsraupen besonders an, welche dann Löcher in die Pflanzen fressen.

Einige Salatsorten können noch Ende August gepflanzt werden. <span class="copyright">Rammel</span>
Einige Salatsorten können noch Ende August gepflanzt werden. Rammel

Schnelle Ernte

Ende August können noch ein paar Salatsorten, wie Endivie oder Zuckerhut, gepflanzt werden, damit es in rund acht Wochen eine Ernte gibt. Schnelleren Ertrag bringen Schnittsalate. Es gibt sie in verschiedenen Mischungen. Sie werden entweder direkt ins Beet gesät oder als vorgezogene Setzlinge eng gepflanzt. Wenn ihre Blätter etwa handbreit hoch sind, werden sie abgeschnitten. Nach dem Neuaustrieb gibt es eine zweite Ernte dieser Pflanzen.
Setzlinge gibt es immer noch noch von Spinat, Asia-Salten, Nüssli oder etwa Winterportulak. Durch die Vorkultur der Setzlinge beim Gärtner verkürzt sich die Standzeit am Beet und verfrüht die Ernte. Es sind aber auch noch so manche Direktsaaten in den Boden möglich.

Spinat und Nüssli sind zudem ideale Gründüngungspflanzen. Dicht gesät entwickeln sie noch einiges an Blatt- und Wurzelmasse und speichern so vorhandene Nährstoffe. Sie werden im Frühjahr nochmals beerntet und dann wird der Rest oberflächlich eingearbeitet. Mikroorganismen bereiten die Nährstoffe mit zunehmender Bodenwärme auf und düngen so die Frühjahrskulturen auf der Fläche. Die genannten Wintergemüsearten bringen im Freiland noch eine Ernte. Zudem ist ihre Kultur auch im gut gelüfteten Gewächshaus möglich. Dort kann nämlich gesteuert werden, wann die Blätter nass werden. Je weniger Blattnässe, desto gesünder bleiben die Pflanzen. Daher ist der Vormittag die ideale Zeit zu Gießen. Da der Boden im Herbst länger feucht bleibt, ist insgesamt weniger Wässern angesagt. Gutes Lüften der Gewächshäuser ist jedoch wichtig. Dabei sollten Türen oder Seitenfenster bis zum ersten starken Frost ständig offen gelassen werden. So können Temperaturschwankungen vermieden werden.

Kohl hält auch niedrige temperaturen noch gut aus. <span class="copyright">Rammel</span>
Kohl hält auch niedrige temperaturen noch gut aus. Rammel

Pflegeleicht

Weitere Pflegearbeiten fallen kaum an. Die Beete sind gelegentlich von Beikräutern zu säubern. Kommen die Herbstkulturen nach Kartoffel, Kraut, Tomaten oder anderen nährstoffbedürftigen Kulturen aufs Beet, sind meist ausreichend Restnährstoffe im Boden. Nur wenn die Vorkulturen schwach im Wuchs waren, ist eine leichte Düngegabe ratsam. Schädlinge sind im Herbst und Winter meist kein Thema mehr. Gelegentliche Raupen können entfernt werden und auch Schnecken sind weniger vital als im Sommer.
Drohen starke Fröste, deckt man Wintergemüse mit Vlies ab. Es spielt keine Rolle, wenn die Blätter zwischendurch leicht gefrieren. Die speziellen Spätsorten halten das aus. Sie wachsen nach dem Auftauen wieder weiter und lassen sich dann auch problemlos ernten.

Von Ursula Kopf

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