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Ehemann stellte sich nach Messerangriff

31.08.2022 • 19:23 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Philipp Stadler, Leiter des Landes­kriminalamtes, bei der Pressekonferenz. <br><span class="copyright">Henry Dünser/VOL</span>
Philipp Stadler, Leiter des Landes­kriminalamtes, bei der Pressekonferenz.
Henry Dünser/VOL

Nachdem gestern Abend eine Frau in Bludenz erstochen worden war, gestand der Ehemann des Opfers der Polizei die Tat.

Bereits seit vielen Jahren litt die dreifache Mutter, die am Dienstag gegen 20.30 Uhr mutmaßlich von ihrem Ehemann erstochen wurde, unter dessen Übergriffen. Der 36-jährige Türke hatte die 32-jährige Rumänin, mit der er zehn Jahre lang in einer Beziehung gelebt und die er vor einem Jahr geheiratet hatte, immer wieder bedroht und war ihr gegenüber gewalttätig geworden.
Dafür sei er mehrfach verurteilt worden und in Haft gesessen, wie die Landespolizeidirektion am Mittwoch bei einer Pressekonferenz mitteilte. Zuletzt war er vor einer Woche aus der Justizanstalt entlassen worden. Am Dienstag habe er sich offenbar mit seiner Frau – die mittlerweile von ihm getrennt lebte – telefonisch über die Betreuung der drei gemeinsamen Kinder gestritten.
Daraufhin soll sich der Mann zur Wohnung seiner Ehefrau begeben und diese aufgefordert haben, herauszukommen. Nach derzeitigem Ermittlungsstand geht die Polizei nicht davon aus, dass es anschließend noch zu einer längeren verbalen Auseinandersetzung der beiden kam. Vielmehr soll die Frau unmittelbar von ihrem Mann mit einem Küchenmesser attackiert worden sein. Der mutmaßliche Täter soll dabei mehrfach auf den Oberkörper und den Bauch der Frau eingestochen haben. Die vermutliche Tatwaffe wurde in der Nähe des Tatortes gefunden.

Frau verstarb am Tatort

Erwachsene Augenzeugen der Tat dürfte es nicht geben. Personen, die sich in der Nähe aufhielten, hörten jedoch Schreie. Die zur Hilfe eilenden Passanten und der am Tatort eintreffende Notarzt konnten die Verletzte jedoch nicht mehr retten. Sie starb laut Polizei noch vor Ort.
Zwei der drei Kinder des Paares befanden sich zum Tatzeitpunkt außer Haus. Das etwa dreijährige jüngste Kind habe sich aber vor der Wohnhausanlage aufgehalten. Ob es dabei Zeuge der Tat wurde, ist noch nicht klar. Die Kinder werden psychologisch betreut und befinden sich in der Obhut von Verwandten, hieß es von der Polizei.

Mann stellte sich

Der mutmaßliche Täter habe wenige Minuten nach der Tat bei der Polizei angerufen und angegeben, etwas Schlimmes getan zu haben. Er habe den Beamten auch seinen Aufenthaltsort mitgeteilt, sei dort anschließend aufgegriffen und widerstandslos festgenommen worden. In einer ersten Einvernahme habe der Mann eingeräumt, die Frau erstochen zu haben, so Philipp Stadler, der Leiter des Landeskriminalamtes bei der Pressekonferenz.
Seit 2015 seien von einschreitenden Polizisten insgesamt vier Mal Betretungs- und Annäherungsverbote gegen den Verdächtigen verhängt worden. Dessen Vorstrafen beträfen überwiegend Straftaten, die sich gegen seine Ehefrau gerichtet hätten – Drohungs- und Gewaltdelikte. Die Staatsanwaltschaft Feldkirch hat die Obduktion des Opfers angeordnet.

Hilfe für Betroffene

Helplines gegen Gewalt

Die Frauenhelpline gegen Gewalt ist rund um die Uhr unter der Telefonnummer 0800 222 555 erreichbar. Der Männernotruf, für Männer in Krisen- und Gewaltsituationen, hat die Nummer 0800 246 247.