Kultur

Auszeichnung für ein „mutiges Museum“

01.09.2022 • 17:52 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Jüdische Museum Hohenems wurde 1991 in der ehemaligen Villa eröffnet. <span class="copyright">Steurer</span>
Das Jüdische Museum Hohenems wurde 1991 in der ehemaligen Villa eröffnet. Steurer

Der mit 20.000 Euro dotierte Österreichische Museumspreis geht in diesem Jahr an das Jüdische Museum Hohenems.

Das Jüdische Museum Hohenems unter seinem Direktor Hanno Loewy erhält den diesjährigen Österreichischen Museumspreis. Die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung wird jährlich vom Museumsbeirat des Kulturministeriums für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Museumsarbeit vergeben.
„Das Jüdische Museum Hohenems ist weit mehr als ein Museum. Es ist ein Begegnungs- und Heimatort für viele Menschen – unabhängig von ihrem religiösen Hintergrund“, würdigt Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer in einer Aussendung die Einrichtung. „Auch für mich selbst gehört das Jüdische Museum Hohenems zu den Fixpunkten eines Vorarl­berg-Aufenthalts. Es ist ein inspirierender Ort, der den Museumsbeirat zurecht überzeugt hat“, so die Staatssekretärin.
Die offizielle Verleihung des Preises erfolgt am 13. Oktober im Rahmen des Österreichischen Museumstages in Klagenfurt.

Sonderausstellungen

Das Jüdische Museum Hohenems wurde 1991 in der Villa Heimann-Rosenthal im Zentrum des ehemaligen jüdischen Viertels von Hohenems eröffnet. Es bietet eine Dauerausstellung über die Geschichte der lokalen jüdischen Gemeinde hin zu ihrer Vernichtung während der NS-Zeit sowie jährliche Sonderausstellungen und ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm. Aktuell ist die Schau „Ausgestopfte Juden?” zu sehen.

In der Jurybegründung heißt es unter anderem, das Jüdische Museum Hohenems sei ein kleines historisches Museum in einer kleinen Gemeinde im äußersten Westen Österreichs. Die Bedeutung des Museums reiche jedoch weit über den Ort oder die Region hinaus. „Das Museum erzählt die Geschichte einer Diaspora Gemeinde, bleibt aber nicht in der Vergangenheit stehen, sondern greift in seinen Ausstellungen aktuelle Themen und Fragen auf, die man sich auch an weit entfernten Orten stellen sollte. […] Das Museum Hohenems ist ein mutiges Museum, das sich kein Blatt vor den Mund nimmt, gerne provokante Fragen in den Raum bringt und offen ist für den Diskurs mit allen Interessierten.“
2016 war der Österreichische Museumspreis an das vorarlberg museum in Bregenz gegangen, 2017 an das Frauenmuseum in Hittisau.

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