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Bludenz: 32-Jährige starb an Blutverlust

01.09.2022 • 13:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Kerzen und Blumen erinnern am Tatort an die Getötete
Kerzen und Blumen erinnern am Tatort an die Getötete MATHIS FOTOGRAFIE/DIETMAR MATHIS

Der 36-Jährige war bei den Polizei-Einvernahmen geständig, seine Frau umgebracht zu haben. Als Tatmotiv gab er wiederholte Kränkungen durch die getrennt lebende Gattin an.

Nach der Tötung einer 32-Jährigen durch ihren Ehemann (36) am Dienstagabend in Bludenz hat die Staatsanwaltschaft Feldkirch am Donnerstag Antrag auf Untersuchungshaft gestellt. Das gab Behördensprecher Heinz Rusch auf APA-Anfrage bekannt. Der 36-Jährige war bei den Polizei-Einvernahmen geständig, seine Frau umgebracht zu haben. Als Tatmotiv gab er wiederholte Kränkungen durch die getrennt lebende Gattin an. Der Beschuldigte sitzt nun in der Justizanstalt Feldkirch.

Die gerichtsmedizinische Obduktion des Opfers wurde am Mittwoch durchgeführt. Laut dem vorläufigen Ergebnis ist die Frau an massivem Blutverlust gestorben, informierte die Polizei. Dieser wurde durch zahlreiche Stich- und Schnittverletzungen an Blutgefäßen und Organen hervorgerufen.

Der 36-Jährige hatte am Dienstagabend im Eingangsbereich des Wohnhauses seiner Frau mehrfach mit einem Küchenmesser auf die 32-Jährige eingestochen. Sie erlitt dabei Verletzungen im Bauch- und Oberkörperbereich und starb trotz Reanimationsversuchen an Ort und Stelle. Der Mann flüchtete kurz, meldete sich dann aber bei der Polizei und ließ sich widerstandslos festnehmen. Zuvor war am Telefon ein Streit wegen der Betreuung der drei gemeinsamen Kinder entbrannt. Kurze Zeit später fuhr der Mann zum Gebäude, in dem seine Frau wohnte. Er bestellte sie telefonisch vor das Haus. Als die 32-Jährige im Eingangsbereich angelangt war, ging ihr Mann mit dem mitgebrachten Küchenmesser auf sie los.

Gewalt dominierte Beziehung

Das Paar führte bereits seit rund zehn Jahren eine Beziehung, im vergangenen Jahr heiratete es. Das Zusammenleben war aber von zahlreichen gewalttätigen Konflikten geprägt. Gegen den 36-jährigen Türken wurde seit 2015 vier Mal ein Betretungs- und Annäherungsverbot ausgesprochen, auch besteht gegen ihn ein behördliches Waffenverbot. Laut Philipp Stadler, dem Leiter des Landeskriminalamts Vorarlberg, sprach er immer wieder Drohungen gegen seine rumänische Frau aus und übte auch Gewalt aus. Das brachte dem Mann mehrere Gefängnisaufenthalte ein, er ist mehrfach vorbestraft. Er sei gerade einmal eine Woche vor der Tat aus der Haft entlassen worden, sagte Stadler.

Laut Zählung der APA handelt es sich beim Fall in Bludenz bereits um die 26. Tötung einer Frau oder eines Mädchens in Österreich in diesem Jahr. Die Frauen-Sprecherinnen der politischen Parteien zeigten sich in Aussendungen entsetzt und forderten besseren Schutz von Frauen. Die Frauen-Sprecherin der Vorarlberger Volkspartei, Gabriele Graf, wollte die Tat zum Anlass nehmen, die bestehenden Präventionsmaßnahmen in Vorarlberg auf ihre Wirksamkeit hin zu überprüfen.

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