Kultur

Theater aus Afrika und Spanien

02.09.2022 • 18:50 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Szenen aus „Abana B’Amazi / Die Kinder von Amazi“. <span class="copyright">Hubert Amiel</span>
Szenen aus „Abana B’Amazi / Die Kinder von Amazi“. Hubert Amiel

Mit einem „Kleinen Prinz“ wird am Dienstagabend der zweite Teil des diesjährigen Kinder- und Jugendtheaterfestivals Luaga & Losna in Feldkirch eröffnet.

Es gehört zum Inventar der Vorarlberger Kulturszene: das Kinder- und Jugendtheaterfestival „Luaga & Losna“ im Oberland. Das 1988 in Nenzing gegründete Festival ist das österreichweit älteste seiner Art. 2020 musste es Corona-bedingt angesagt werden, im Vorjahr konnte der Teil im Herbst in Feldkirch über die Bühne gehen. Heuer fand wie gewohnt auch der erste Teil in Nenzing statt.

Ab kommenden Dienstag ist nun wieder bis Samstag Feldkirch Schauplatz der Veranstaltungsreihe. Ein ganz besonderes Stück ist in diesem Rahmen am Mittwoch zu sehen. Dafür mussten die Veranstalter allerdings in den Ramschwagsaal nach Nenzing ausweichen, weil das Pförtnerhaus in Feldkirch heuer nicht zur Verfügung steht, informiert Mitorganisatorin Sabine Wöllgens.

Produktion aus Afrika

„Abana B’Amzai / Die Kinder von Amazi“ ist eine Produktion des Ishyo Arts Centre in Ruanda gemeinsam mit dem belgischen Théatre du Papyrus. Im Stück begibt sich das afrikanische Ensemble auf die Suche nach Wasser, nachdem alle Seen ausgetrocknet sind. Gesprochen wird in verschiedenen afrikanischen und europäischen Sprachen. Möglich wurde diese Aufführung durch eine Kooperation mit dem Zürcher Theater Spektakel, erklärt Wöllgens, einem internationalen Theaterfestival, das noch bis Sonntag an verschiedenen Orten in der Schweizer Stadt stattfindet.

Man habe schon vor einigen Jahren versucht, eine Gruppe aus dem Kongo einzuladen, so die Organisatorin. Damals sei man an den Visabestimmungen gescheitert. Umso erfreuter ist sie, dass es dieses Mal mit einer Gruppe aus Afrika geklappt hat.

Einblick in "Der verlassene Hund". <span class="copyright">José Vicente</span>
Einblick in "Der verlassene Hund". José Vicente

Hundehütte als Theater

Mit dem Cal y Canto Teatro ist heuer auch eine Gruppe aus Spanien dabei. „Die bringen ihr eigenes Theater in Form einer überdimensionierten Hundehütte mit“, erzählt Wöllgens. Folgerichtig heißt die Produktion auch „Der verlassene Hund“. Aufgestellt wird das Theater auf der Wiese hinter der Musikschule im Feldkircher Reichenfeld. Es fasst nur eine begrenzte Zuschauerinnen- und Zuschauerzahl, allerdings ist das Stück vier Mal zu sehen.
Bei der Produktion für Menschen ab sechs Jahren handelt es sich laut Wöllgens um eine „sehr anrührende Geschichte“ mit Musik. Ein kleiner Hund, der ausgesetzt wird, muss sich allein durchschlagen. Es ist ein Stück mit Puppen und Objekten, bei dem die Perspektive des kleinen Hundes die bestimmende ist.

Stadtrundgänge

Mit „Die Märchen von Michael Köhlmeier“ des Schweizer Vorstadttheater Basel kommt Bewegung in das Festival. Dabei handelt es sich um Stadtrundgänge, die zwei Mal am Abend und einmal am Nachmittag stattfinden. „Ich war sehr begeistert, als ich es gesehen habe“, sagt Wöllgens, „es ist ein bisschen gruselig“ – daher ist es auch erst für Kinder ab zwölf Jahren empfohlen.
Die Produktion wurde in der Corona-Zeit entwickelt, erzählt die „Luaga & Losna“-Co-Leiterin. Die genaue Strecke, die gegangen wird, sei noch eine Überraschung. Gestartet wird beim Theater am Saumarkt. Das Publikum – maximal 35 Personen – erhält Kopfhörer und macht sich dann mit einem Schauspieler und einem Musiker auf den Weg.

"Der kleine Prinz" ist die Eröffnungsproduktion. <span class="copyright">Tine Edel</span>
"Der kleine Prinz" ist die Eröffnungsproduktion. Tine Edel

„Ohne Kitsch“

Die Eröffnungsproduktion am Dienstag im Theater im Saumarkt stammt vom Theater Fabula und Figurentheater St. Gallen, das schon mehrere Male bei „Luaga & Losna“ zu sehen war. Sie haben sich Antoine de Saint-Exupérys „Der kleine Prinz“ vorgenommen. „Sie setzen bekannte Stoffe wirklich grandios um“, begründet Wöllgens die Wahl. Die Geschichte werde ganz besonders und mit neuem Ansatz präsentiert – „ganz ohne Kitsch“.

Informationen und Karten: https://www.luagalosna.at