Besser leben

Planeten in Opposition

03.09.2022 • 14:11 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Derzeit leuchten Mars, Jupiter und Saturn zumindest wie die hellsten Sterne. <span class="copyright">Shutterstock</span>
Derzeit leuchten Mars, Jupiter und Saturn zumindest wie die hellsten Sterne. Shutterstock

Planeten sind lohnende Ziele für Amateurastronomen. Immer, wenn sie in Opposition zur Sonne stehen, haben sie ihre großen Auftritte.

Der Himmel ist voller Sterne. Ihre gegenseitigen Abstände bleiben unverändert. Daher hat man schon früh Bilder und Gestalten in den Sternformationen erkannt. Jede Kultur hat ihre Legenden zum Himmel projiziert.
Denken wir nur an die griechische Mythologie und ihre Proponenten Andromeda, Perseus, Pegasus, Andromeda, Kepheus. Sie alle sind am Himmel als Sternbilder verewigt und erzählen den Eingeweihten ihre Geschichten.
Ein Beispiel: der Skorpion sollte den Himmelsjäger Orion mit seinem Gift töten, was misslang. Das ist auch am Himmel so, denn wenn sich der Orion über den Horizont erhebt, ist sein Kontrahent, der Skorpion, bereits untergegangen.

Wandelsterne

Die Planeten stören diese Ordnung am Himmel. Sie wandern zwischen den Sternbildern des Tierkreises umher. Man hat sie deshalb auch Wandelsterne. Das Vagabundieren durch die Sternbilder wird leicht verständlich, wenn wir uns gedanklich die Szenerie von außen anschauen. Alle Planeten, auch unsere Erde, umkreisen die Sonne in der Ebene der Ekliptik. Je weiter außen die Planeten sind, umso mehr Zeit benötigen sie für einen Umlauf um die Sonne. Der Merkur braucht nur 88 Tage, die Venus 7,5 Monate, die Erde definitionsgemäß ein Jahr, der Mars fast zwei Jahre, Jupiter und Saturn lassen sich für einen Umlauf elf beziehungsweise 30 Jahre Zeit. Daher wandern sie unterschiedlich rasch durch den Tierkreis.

Konjunktion und Opposition

Die beiden Begriffe bedeuten Verbindung und Gegenüberstellung und bezeichnen die Lage der Planeten im Vergleich zur Sonne. Blicken wir von der Erde aus auf die inneren Planeten Merkur und Venus, so sind sie nie weit von der Sonne entfernt. Wir sehen sie kurz nach Sonnenuntergang im Westen oder kurz vor Sonnenaufgang im Osten.
Zweimal pro Umlauf stehen sie genau in Richtung der Sonne. Dann bleiben sie im grellen Licht der Sonne unsichtbar. Sie „verbinden“ sich mit der Sonne und sind in unterer Konjunktion zwischen Erde und Sonne oder in oberer Konjunktion hinter der Sonne.
Die äußeren Planeten Mars, Jupiter und Saturn können ebenfalls in Konjunktion zur Sonne stehen. Für Himmelsbeobachter interessant wird es, wenn sie sich genau gegenüber der Sonne befinden, also in Opposition zur Sonne sind.

Beste Bedingungen

Zwei Vorteile bietet die Oppositionsstellung: der geringste Abstand zwischen Erde und Planet und Sichtbarkeit über die gesamte Dauer der Nacht.
Der Gasriesenplanet Jupiter kommt am 26. September in Opposition, derzeit geht er um 20.40 Uhr auf, ist extrem hell und die ganze Nacht über sichtbar. Durch ein Fernglas erkennt man seine vier hellen Monde.
Saturn war am 14. August in Opposition zur Sonne. Nach Einbruch der Dunkelheit steht er tief im Südosten und bleibt bis 4.45 Uhr über dem Horizont. Seinen schönen Ring erkennt man ab circa 30-facher Vergrößerung.
Mars kommt im November in Opposition zur Sonne. Schon jetzt nimmt er es an Helligkeit mit den hellsten Sternen auf. Ab circa 23.30 Uhr steigt er am Nordost-Horizont hoch.

Von Robert Seeberger

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