Vorarlberg

Messerstecherin aus Haft entlassen

07.09.2022 • 14:35 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Frau bei der Verhandlung im August. <span class="copyright">Stiplovsek</span>
Die Frau bei der Verhandlung im August. Stiplovsek

Nach verbüßten vier Monaten wurde die 37-Jährige am Mittwoch vorzeitig enthaftet.

Nur vier Haftmonate musste die 37-Jährige nach ihrer Messerattacke auf ihren Verlobten tatsächlich verbüßen. Am Mittwoch wurde die Österreicherin serbischer Abstammung vorzeitig aus dem Feldkircher Gefängnis in die Freiheit entlassen.

Freilassung nach Mindeststrafe

Im Schöffenprozess am 9. August war die unbescholtene Angeklagte am Landesgericht Feldkirch mit der Mindeststrafe davongekommen. Wegen absichtlich schwerer Körperverletzung wurde sie rechtskräftig zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Davon betrug der unbedingte, zu verbüßende Teil acht Monate.

Die 37-Jährige vor dem Schöffensenat. <span class="copyright">Stiplovsek</span>
Die 37-Jährige vor dem Schöffensenat. Stiplovsek

Richterin Sabrina Tagwercher gewährte der Gefangenen nun die sogenannte Halbstrafe: Nach der Hälfte der zu verbüßenden Strafe wurde die Ersttäterin, der die U-Haft angerechnet wurde, auf Bewährung enthaftet, mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft. Die Bewährungszeit für die 20 bedingten Haftmonate beläuft sich auf drei Jahre. Der Strafrahmen erhöhte sich wegen der Verwendung eines Messers als Waffe auf zwei bis zehn Jahre Haft.

Streit über Ablaufdatum

Die Frau hat nach den gerichtlichen Feststellungen am 7. Mai in ihrer Wohnung in Meiningen während eines Streits um die Haltbarkeit von Lebensmitteln ihrem 40-jährigen Verlobten mit einem Küchenmesser mit einer Klingenlänge von 20 Zentimetern einen wuchtigen Stich in den Oberbauch versetzt. Nach Ansicht der Richter hat die Reinigungsfrau ihren Lebensgefährten absichtlich schwer verletzt.

Die von German Bertsch verteidigte Angeklagte sagte vor Gericht, sie habe ihren Partner weder töten noch schwer verletzen wollen. Ursprünglich wurde wegen des Verdachts des versuchten Mordes ermittelt, wofür das Strafgesetzbuch mindestens zehn Jahre Gefängnis vorsieht. Der Haftrichter verhängte Untersuchungshaft wegen Mordversuchs. Die Staatsanwaltschaft erhob dann aber überraschend Anklage nur wegen absichtlich schwerer Körperverletzung.

Die Angeklagte und das Opfer behaupteten, zum Messerstich sei es während ihres Gerangels gekommen. Im gerichtsmedizinischen Gutachten wurde aber ein wuchtiger Messerstich festgestellt. Demnach bestand keine konkrete Lebensgefahr. Der Schwerverletzte wurde sofort im Landeskrankenhaus Feldkirch operiert und ist inzwischen wieder wohlauf.

Ihr Freud habe ihr verziehen, sie seien weiterhin Lebensgefährten, gab die Angeklagte vor Gericht zu Protokoll. Der 40-jährige Deutsche erhält auf eigenen Wunsch das Tatmesser zurück, das in seinem Eigentum steht.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.