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13,5 Jahre Gefängnis für 455 Kilo Drogen

14.09.2022 • 20:05 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
13,5 Jahre Gefängnis für 455 Kilo Drogen
Der Angeklagte sagte, er sei nicht schuldig, beantwortete aber keine Fragen.
rhomberg

38-Jähriger war nach Ansicht der Richter an europaweitem Schmuggel und Verkauf von Drogen beteiligt.

Über derart hohe Drogenmengen wurde in Vorarl­berg zumindest in den letzten Jahren zuvor noch nie vor Gericht verhandelt. Nach Ansicht der Richter war der in Vorarlberg lebende Serbe allein zwischen Februar und Juni 2021 am europaweiten Schmuggel und Verkauf von insgesamt 455 Kilogramm Rauschgift im Wert von mehreren Millionen Euro beteiligt. Nach den gerichtlichen Feststellungen hat der 38-Jährige als Mitglied einer serbisch-bosnischen Bande den Schmuggel und Verkauf von 103 Kilogramm Kokain, 62 Kilogramm Heroin und 290 Kilogramm Cannabis mitorganisiert.

500.000 Euro an die Republik

Dafür wurde der Untersuchungshäftling am Mittwoch in einem Schöffenprozess am Landesgericht Feldkirch zu 13,5 Jahren Gefängnis verurteilt. Als sogenannten Verfallsbetrag für die kriminelle Bereicherung hat der Serbe der Republik Österreich 500.000 Euro zu bezahlen. Das Urteil des Schöffensenats unter dem Vorsitz von Richter Christoph Stadler ist nicht rechtskräftig. Denn der Angeklagte, der von drei Wiener Anwälten verteidigt wurde, und Staatsanwalt Markus Fußenegger meldeten Nichtigkeitsbeschwerde und Strafberufung an.

Der im Unterland wohnende Familienvater war nach Überzeugung der Richter einer der führenden Köpfe der kriminellen Organisation. Demnach soll er für die Drogenkuriere zuständig gewesen sein, die mit Autos mit präparierten Verstecken Rauschgift in Europa schmuggelten und weitergaben.

FBI las und hörte mit

Die Richter stützten sich bei ihrem Schuldspruch vorwiegend auf Chatprotokolle. Das FBI hatte über eine Tarnfirma vorgeblich abhörsichere Kryptosmartphones weltweit vertrieben. In der internationalen Operation „Trojanische Schilder“ las und hörte aber die US-Bundespolizei mit. So konnten auf der ganzen Welt Hunderte Beschuldigte festgenommen werden, darunter auch der in Vorarlberg lebende Serbe.
Der Angeklagte sagte, er sei nicht schuldig, beantwortete aber keine Fragen. Er wurde 2012 in Serbien in seiner Abwesenheit rechtskräftig wegen Drogenhandels zu acht Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt und floh nach Österreich.
Eine Verurteilung wegen eines Verbrechens in Abwesenheit des Angeklagten wäre in Österreich nicht zulässig. Deshalb ging der Feldkircher Schöffensenat davon aus, dass der 38-Jährige nicht vorbestraft ist. Daher sei nicht die Höchststrafe von 15 Jahren verhängt worden, merkte Richter Stadler an.

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