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Nachfrage sinkt, Schichten werden reduziert

26.09.2022 • 17:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Insgesamt arbeiten für Collini 1600 Mitarbeiter, 600 davon an den Vorarlberger Standorten. <span class="copyright">Martin Prem</span>
Insgesamt arbeiten für Collini 1600 Mitarbeiter, 600 davon an den Vorarlberger Standorten. Martin Prem

Oberflächenveredler Collini führt wegen sinkender Nachfrage flexible Produktionspläne ein.

Auch der Oberflächenveredler Collini mit Stammsitz in Hohenems muss auf die gegenwärtig negativen internationalen Marktsignale reagieren und seine Produktionskapazitäten nicht nur in Vorarlberg teilweise anpassen. „Die Rückgänge in den Nachfragemärkten sind auch bei Collini spürbar. Drastisch gestiegene Rohstoff- und Energiekosten einerseits und gefüllte Lager andererseits schlagen in den Lieferketten durch“, erklärte CEO Günther Reis auf Anfrage der Wirtschaftspresseagentur.com.

Günther Reis, CEO  von Collini. <span class="copyright">Matthias Weißengruber</span>
Günther Reis, CEO von Collini. Matthias Weißengruber

Angesprochen auf die gegenwärtige Entwicklung sagte Reis: „Manche Geschäftsfelder laufen aktuell noch recht stabil, bei anderen ist der Trend eindeutig negativ. Wir spüren vor allem die Kaufzurückhaltung in den Konsummärkten.“ Die meisten Standorte seien in den vergangenen Monaten mit abflauenden Mengen konfrontiert gewesen. „Während bis ins Frühjahr hinein die Fabriken noch voll waren, sind die Signale aus den Märkten aktuell deutlich rückläufig“, so Reis.

Gutes Stundenmanagement

Um auf die gegenwärtig verhaltene Situation zu reagieren, setze Collini an den Standorten in Vorarlberg auf ein „gutes Stundenmanagement“. So sollen entsprechend der jeweiligen Auftragslage in Abstimmung mit den Betriebsräten die Produktionspläne flexibel gestaltet werden. „Einzelne Schichten werden ausgesetzt und über Zeitausgleichskonten kompensiert.“ Damit sollen die Phase mit reduzierten Auftragsmengen gut durchtaucht und der Mitarbeiterstand gehalten werden, so Reis. Die Maßnahmen an den Vorarlberger Standorten werden in der einen oder anderen Form auch an den anderen Collini-Standorten in Europa eingesetzt – je nach Produktportfolio, Kundenstruktur und Auftragslage.

Manche Geschäftsfelder laufen noch recht stabil, bei anderen ist der Trend eindeutig negativ.

Günther Reis, CEO Collini

Collini rechne allerdings damit, dass die Auftragslage mittelfristig wieder anziehe. Darum halte das Unternehmen an den Wachstumsplänen fest. Auch deshalb schreite die Errichtung einer modernen Produktionshalle in Hohenems unverändert voran, betont Reis.
Collini verfügt über 14 Produktionsstandorte weltweit. Dazu gehören Werke in Mexiko, Russland, Deutschland und Italien sowie in Österreich und der Schweiz. Insgesamt werden an die 1600 Mitarbeiter beschäftigt, davon 600 an den beiden Vorarl­berger Standorten Hohenems und Bludesch. Im Geschäftsjahr 2021 wurde ein Umsatz von rund 295 Millionen Euro erzielt.

Blum ist wichtiger Kunde

In Wirtschaftskreisen ist es kein Geheimnis, dass der in wirtschaftlich herausforderndes Fahrwasser gekommene Beschlägehersteller Blum zu den wichtigsten Kunden der Collini-Werke zählt. Insofern liegt es auf der Hand, dass Nachfragerückgänge bei Blum auch Auswirkungen auf Collini haben.

Günther Bitschnau/wpa

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