Kultur

Welche Jazz-Acts David Helbock nach Dornbirn holt

26.09.2022 • 19:58 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Kurator der Jazz&amp;-Reihe David Helbock.<br><span class="copyright">Joanna Wizmur</span>
Der Kurator der Jazz&-Reihe David Helbock.
Joanna Wizmur

Diesen Herbst bringt David Helbock in der Jazz&-Reihe junge und arrivierte Künstler aus Vorarlberg in den Spielboden Dornbirn.

Normalerweise fragt der Jazzpianist David Helbock selbst als Musiker an, im Spielboden Dornbirn sieht er die Jazzszene von der anderen Seite, wo er nun schon seit drei Jahren die international bekannte Jazz&-Reihe kuratiert.
15 Jahre lang hat Peter Füßl die Reihe auch weit über Vorarlberg hinaus etabliert und ein Stammpublikum gesammelt. Danach haben Alfred Vogel und später Martin Eberle das Amt übernommen, bis Helbock 2020 die künstlerische Leitung verantwortete. Seit der Übernahme versucht Helbock, die Reihe auch international wieder aufzubauen, was „gar nicht so einfach sei“. Denn die Gagen für die Musiker sind gestiegen, und um internationale Acts zu bekommen, braucht man auch viel Publikum. „Viele Leute kommen einfach nur, wenn sie etwas kennen. Früher war das anders, da wollten die Leute neue Sachen entdecken.“ Trotzdem ist es Helbocks Wunsch, dass ihm das Publikum langfristig vertraut.

Das Jazzorchester Vorarlberg      <span class="copyright">Karin Nussbaumer</span>
Das Jazzorchester Vorarlberg Karin Nussbaumer

Chance für junge Musiker.

Helbock sei selbst im Spielboden mit den Jazzkonzerten aufgewachsen, wie er sagt. Er habe gute Erinnerungen und konnte selbst seine ersten Konzerte dort spielen. Für seine eigene Karriere seien Auftrittsmöglichkeiten in der Heimat wichtig gewesen. Jetzt möchte er mit den Konzertreihen im Spielboden auch junge Musiker aus Vorarlberg, die noch nicht so bekannt sind, unterstützen.

Die Jazz&-Reihe im Herbst findet auch unter einem Vorarl­berger Schwerpunkt statt, was „für einen großen Jazz-Klub wie den Spielboden nicht selbstverständlich ist“, sagt Helbock. Dennoch habe er versucht, „eine gute Balance“ zu finden und nicht nur heimische, sondern auch international bekannte Bands in den Spielboden zu bringen. So wie die Berliner Saxofonistin Fabia Mantwill, Preisträgerin des Deutschen Jazzpreises, die letzten Donnerstag mit ihrem internationalen Quintett im Spielboden gastierte. Nächste Woche am 6. Oktober kommt David Soyza mit Modern Jazz in den Spielboden. Im neuen Programm verarbeitet der Bandleader die Inspirationsquellen der letzten von der Pandemie geprägten Jahre mit Musik, die melancholischer und vielschichtiger ist. Am 13. Oktober kehrt das „onQ Festival für Jazz & Neue Musik“ zurück nach Vorarlberg. Musiker des onQ-Kolletivs und des Jazzorchesters Vorarlberg treffen aufeinander, konzipiert und komponiert vom Vorarlberger Jazz-Bassist Tobias Vedovelli und Pianist Michael Tiefenbacher.

Von 10. bis 12. November wird das 15-jährige Bestehen des CIA (Collective of Improvising Artists) gefeiert, dass damals vom US-amerikanischen Jazz-Pianist Peter Madsen gegründet wurde. Besucher erwartet ein buntes Festival mit unterschiedlichen Stilisten und Formationen und auch Weltmusik. Im Dezember kommt der Jazzmusiker Wolfgang Puschnig, der schon „mit allen möglichen Leuten ge­spielt hat“ mit „Fulsome X“ nach Dornbirn. Die Musik ist inspiriert von Puschnigs Freunden Jamaalladeen Tacuma und Rick Iannacone aus Philadelphia. Ende Dezember präsentieren das Jazzorchester Vorarlberg und die Sängerin Renee Benson ihr neues Album „Leelah“.

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