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Gemeinsam gegen die Energiekrise

27.09.2022 • 21:49 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Land, Gemeindverband, Illwerke vkw, Energieinstitut und Caritas rufen gemeinsam zum Energiesparen auf. <span class="copyright">VLK/Serra</span>
Land, Gemeindverband, Illwerke vkw, Energieinstitut und Caritas rufen gemeinsam zum Energiesparen auf. VLK/Serra

Initiative „#vorarlbergspartenergie“ gegen ­steigende Energiekosten. Bonus soll ­Anreiz zum Stromsparen schaffen.

Dass Österreich das Energiesparen so wie in Deutschland per Verordnung eDass Österreich das Energiesparen so wie in Deutschland per Verordnung erzwingen wird, schließt Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) zwar nicht aus, allerdings wolle man so lange wie möglich auf Freiwilligkeit und „Vernunft statt Verbote“ setzen. Auf Freiwilligkeit basiert denn auch die Energiesparaktion, die das Land gestern gemeinsam mit dem Gemeindeverband, Illwerke vkw, Energieinstitut und Caritas präsentiert hat. Die Initiative „#vorarlbergspartenergie“ bietet aber auch monetäre Anreize zum Sparen von Strom und Gas. Land und Gemeinden wollen mit gutem Beispiel vorangehen, etwa bei Beleuchtung und Heizung.

Gutschrift

Haushalte, die fleißig Energie sparen, werden abgesehen von den eingesparten Kosten von der Landestochter Illwerke vkw zusätzlich belohnt: Bei einer Reduktion des Strom- oder Erdgasjahresverbrauchs um mindestens fünf Prozent gibt es eine Gutschrift oder Sachprämien im Wert von 50 Euro, bei mindestens minus zehn Prozent 100 Euro.
Zudem sollen unter dem eingangs erwähnten Hashtag Energiespartipps geteilt, positive Beispiele gezeigt und möglichst viele Menschen zum Mitsparen motiviert werden. „Gemeinsam können wir in dieser doch sehr angespannten Situation einen wichtigen Beitrag leisten“, so Wallner. Die Initiative sei keine Bezahlkampagne, betonte der grüne Energielandesrat Daniel Zadra und rief auf, den Hashtag in sozialen Medien zu teilen: „Jeder Beitrag macht das Kraut fett!“

Gas wird knapp. Wer spart, bekommt eine Gutschrift. <span class="copyright">APA</span>
Gas wird knapp. Wer spart, bekommt eine Gutschrift. APA

Mit gutem Beispiel voran

Land und Gemeinden selbst haben für den eigenen Bereich kurzfris­tig umsetzbare Empfehlungen beschlossen, wie etwa Verwaltungsräume mit Ausnahmen nur noch auf 19 Grad aufzuheizen, die Innenbeleuchtung auf das unbedingt notwendige Maß zu reduzieren oder auf unnötige Liftfahrten und Stand-by zu verzichten. Die Außenbeleuchtungen von Landesgebäuden werden auf das für die Sicherheit erforderliche Mindestmaß reduziert. Dekorationsbeleuchtung wird abgeschafft oder zumindest stark reduziert.

Weihnachtsbeleuchtung

Der Gemeindeverband koordiniert die Energiespar-Bemühungen der Gemeinden, damit diese gut aufeinander abgestimmt sind, berichtete Gemeindeverbandspräsidentin Andrea Kaufmann (ÖVP). So strahlt die Weihnachtsbeleuchtung in den Städten und größeren Gemeinden heuer jeweils höchstens von 16.30 bis 22 Uhr und nur noch bis Neujahr. Am Beispiel Dornbirn bringt allein diese Maßnahme eine Einsparung von 40 Prozent. „Das ist nicht Nichts“, sagte Kaufmann, Bürgermeisterin in Dornbirn. Das Energieinstitut Vorarlberg bietet das nötige Fachwissen, wie effektives Energiesparen in privaten Wohngebäuden, kleinen Unternehmen und Gemeinden funktionieren kann. „Die Energieberatungen durch unsere Fachleute sind gefragt wie nie, zugleich arbeiten wir intensiv an Instrumenten zur Selbsthilfe für die Ratsuchenden“, so Geschäftsführer Josef Burtscher. Die Palette reicht von zahllosen Energiespartipps im Web und in Broschüren über ein neues Energiesparportal für Unternehmen bis zu Empfehlungen für Gemeinden.

Soziale Dimension

Nicht zuletzt ist auch eine soziale Dimension zu berücksichtigen, damit Energiesparen gesamtgesellschaftlich und in einer längerfris­tigen Perspektive funktioniert, betonte Caritas-Direktor Walter Schmolly. Als Hilfe insbesondere für Haushalte mit geringeren Einkommen gibt es den Energiesparcheck – eine Vor-Ort-Energieberatung mit dem Ziel, Energiesparpotenziale zu identifizieren und zu nutzen. Die Zahl dieser Beratungen hat sich gegenüber 2019 mehr als verdoppelt. „Auch durch die Etablierung einer Kreislaufwirtschaft und Re-use kann nachhaltig Energie gespart werden“, verwies Schmolly auf den Elektro-Altgeräte-Truck (EAG-Truck), der regelmäßig in den 96 Vorarlberger Gemeinden gebrauchte, aber noch funktionsfähige Elektrogeräte entgegennimmt, die dann in den carla-Geschäften wieder abgegeben werden.

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