Flora

Im Herbst blüht noch allerhand im Garten

29.09.2022 • 20:26 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Anemonen bereichern nun den Garten. <span class="copyright">Harald Rammel</span>
Anemonen bereichern nun den Garten. Harald Rammel

Astern und Anemonen bereichern das Beet und den Balkon auch jetzt noch in vielen bunten Variationen.

Bienen sind besonders dankbar, wenn sie spät im Jahr noch ausreichend Angebot für die Nektar- und Pollensammlung finden.
Herbstastern bieten sich in der aktuellen Jahreszeit dafür besonders an. Sehr unscheinbar kommen sie durch den Sommer, um im Herbst vor allem blau und violett, mitunter aber auch in Weiß und Pink zu erblühen. Wer in seinem Beet möglichst lange Blüten sehen möchte, kommt an den Astern daher kaum vorbei. Leider können sie an schattigen Orten Opfer des Mehltaus werden, der zwar die Blätter befällt, der Blüte aber keinen Abbruch tut. „Astrum“ heißt auf Latein „der Stern“, was die Blütenform der Aster ebenso treffend umschreibt wie jene ihrer ganzen Familie, der Korbblütler (Asteraceae).

Filigrane Anemonen

Wem das dunkle Laub und das starke Violett der Astern zu schwermütig sind, findet in Herbstanemonen eine hellblütige Alternative. Sie kommen ursprünglich aus Asien und sind nicht sehr verwöhnt, was ihren Standort betrifft. Sie bieten Bienen zwar keinen Nektar, aber dafür reichlich Pollen an. Die Anemone ist ein dankbares, mehrjähriges Gewächs. Da sie tief wurzelt, sollte man sich den Standort aber gut aussuchen, denn verpflanzungsfreudig sind Herbstanemonen nicht.
Ihre zierlichen Blüten sind eher eine Ausnahme im Herbst, der mit seinen Temperaturschwankungen meist eine robustere Façon erfordert, wie sie etwa Hortensien oder Sukkulenten wie der Mauerpfeffer bieten.

Sedum, oder Fetthenne kommt auch mit niedrigeren Temperaturen zu recht. <span class="copyright">Rammel</span>
Sedum, oder Fetthenne kommt auch mit niedrigeren Temperaturen zu recht. Rammel

Doch auch die filigranen Cosmea, die aus Amerika stammen, können noch lange blühen. Sie produzieren im Herbst reichlich Samen, der sich selbst verteilt oder im nächsten Jahr wieder ausgebracht werden kann.
Das gilt auch für die ursprünglich in Mexiko beheimateten Zinien, die ebenfalls über den Sommer hinaus blühen, aber im Gegensatz zur Cosmea anfällig für Mehltau sind. Grundsätzlich kann man Zinien auch essen, selbst wenn sie Spuren von Nikotin enthalten. Weitgehend wird sie aber als Zierpflanze gesetzt und wegen ihrer ausdauernden Blüten auch geschätzt. Wenige Blumen bieten eine vergleichbare Farbenvielfalt. Zwischen den abgeblühten Zinienköpfen findet der Hobbygärtner das dünnschichtige Saatgut für die kommende Saison.

In bunten Varianten

Die Chrysantheme spannt eine eher seltsame Verbindung zwischen Österreich und Japan, gilt sie doch in beiden Ländern als Friedhofsgewächs. In Japan steht sie aber auch für das Kaiserhaus und dessen Chrysanthementhron. Nicht umsonst findet sich ihr stilisierter Blütenkopf auch im japanischen Staatssiegel.

Chrysanthemen stammen aus Ostasien und sind nicht alle winterhart. <span class="copyright">Rammel</span>
Chrysanthemen stammen aus Ostasien und sind nicht alle winterhart. Rammel

Einige ihrer hierzulande wenig bekannten Wildformen gleichen eher der Margerithe. Tatsächlich gehören beide Gattungen, wie auch die Kamille und das Gänseblümchen, zur selben botanischen Unterfamilie der Korbblütler, den Asteroideae. Zu viel Feuchtigkeit fördert bei den Chrysanthemen Krankheiten, wie den Chrysanthemenrost. Auch für weiße Spinnenmilben sind sie anfällig.

Zu viel Feuchtigkeit fördert bei den Chrysanthemen Krankheiten, wie den Chrysanthemenrost. Auch für weiße Spinnenmilben sind sie anfällig.
Im Herbst kommen vor allem Topfchrysanthemen in vielen Farbvarianten auf den Markt – oft werden dabei auch unterschiedliche Blütenfarben in einem Topf gemischt und in Kugelform geschnitten. Sie sind, im Gegensatz zu den Gartenchrysanthemen, häufig einjährig. Es gibt aber auch mehrjährige Topfchrysanthemen, die an hellen Standorten bei leichten Plusgraden überwintert werden können. Wirklich winterharte Sorten werden im Handel auch als Winterastern oder Gartenchrysanthemen angeboten. Sie können bis in den Dezember hinein blühen.

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