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Nachhaltigkeit bei Seilbahnbetrieben

04.10.2022 • 20:25 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Dietmar Stiplovsek</span>
Dietmar Stiplovsek

Fachgruppe der Seilbahnen Vorarlberg hat ihren Nachhaltigkeitsbericht vorgestellt.

Die Welt steht vor vielen Herausforderungen. Nachhaltigkeit und Klimawandel sind sicher eine der großen Themen dieser Zeit. Es ist vorbei mit alten Denkmustern“, ist sich Andreas Gapp, Obmann der Fachgruppe Seilbahnen in der Wirtschaftskammer Vorarlberg sicher. Gemeinsam mit Michael Tagwerker, dem Fachgruppen-Geschäftsführer stellte er gestern anlässlich der 54. Seilbahntagung in einer Pressekonferenz den Nachhaltigkeitsbericht der Vorarlberger Seilbahnwirtschaft vor, sowie die neue Dachmarke „Bergliebe – gemeinsam für morgen“, die zukünftig alle Maßnahmen der Bergbahnen in diesem Bereich bündelt.

Die Liebe zu den Bergen

Die Fachgruppe der Seilbahnen habe eine Bestandsaufnahme vorgenommen und sich bei sämtlichen heimische Seilbahnbetrieben nach deren ökonomisch, ökologisch und sozialen Maßnahmen im Hinblick auf die Nachhaltigkeit umgehört. „So sehen wir, wo wir aktuell stehen und wo zukünftig noch Maßnahmen gesetzt werden müssen“, erklärt Gapp.

<span class="copyright">Lisa mathis</span>Andreas Gapp.
Lisa mathisAndreas Gapp.


Im Bericht ist allerdings nur ein kleiner exemplarischer Auszug der befragten Bergbahnenbetriebe mit ihren konkreten Maßnahmen abgedruckt, nämlich: Skilifte Lech, Seilbahnen Damüls, Dornbirner Seilbahnen, Golm Silvretta Lünersee Tourismus, Oberstdorf Kleinwalsertal Bergbahnen, Skilifte Schröcken, Silvretta Montafon, Schetteregg, Klostertaler Bergbahnen, Pfänderbahn, Seilbahnen Laterns und auch die Bergbahnen Stuben.

Ökonomisch und ökologisch

Alle angeführten Bergbahnen, beauftragen laut Bericht, wenn möglich lokale Lieferanten und Produzenten. Während die einen in Sachen Instanthaltung, Materialbezug oder Werbemittel die Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen suchen, setzen andere Betriebe wiederum bei Lebensmitteln wie Fleisch, Eiern und Milchprodukten auf heimische Landwirte. So bleibe die Wertschöpfung im Land, zeigt sich Tagwerker überzeugt.


Auch im Rahmen der ökologischen Nachhaltigkeit seien die Bergbahnen um einen achtsamen Umgang mit dem Ökosystem bemüht. In Damüls befinden sich unter anderem etwa energieoptimierte Beschneiungsgeräte mit Zentralluft im Skigebiet, sowie Fotovoltaikanlagen auf den Liftstationen. Genauso nutzt auch Lech Fotovoltaikanlagen, sowie Erdwärmepumpen. Sämtliche Gebäude sind zudem an das Biomasse-Heizkraftwerk angeschlossen. Silvretta Montafon hat unterdessen die größte E-Ladegarage Vorarlbergs an der Talstation der Valisera-Bahn errichtet. Schetteregg und Schröcken setzen unter anderem auf nachhaltige Verpackungsmaterialien und verzichten auf Plastikbecher in der Gastronomie. Viele Bergbahnen im Land führen zudem Schneehöhenmessungen durch, um technisch erzeugten Schnee zu verringern und haben außerdem ein Gratis-Skibussystem oder beteiligen sich an jenem des öffentlichen Nahverkehrs.

Michael Tagwerker    <span class="copyright"> lisa mathis</span>
Michael Tagwerker lisa mathis

Geringer ökologischer Fußabdruck

„Eine Untersuchung des Bundesamtes aus dem Jahr 2018 zeigt weiters, dass Urlaub in den Bergen einen der gerings­ten ökologischen Fußabdrücke zählt im Vergleich zu anderen Urlaubsarten“, so der Fachgruppen-Geschäftsführer. Er betont dabei aber, dass man sich damit nicht zufrieden geben werde. Die Bundesvertretung arbeite derzeit an einem CO2-Fußabdruck-Rechner, mit welchem jeder Seilbahnbetrieb seinen eigenen Fußabdruck ausrechnen und auch Vergleiche mit anderen Unternehmen ziehen kann.

Soziale Nachhaltigkeit.

Bergbahnen sind wichtige Arbeitgeber, daher ist auch die soziale Nachhaltigkeit von Wichtigkeit. Im Kern stellen beinahe alle der im Bericht genannten Bergbahnen ihren Mitarbeitern Wohnungen zur Verfügung. Viele geben bei der Umfrage auch an, Fortbildungsmöglichkeiten, kos­tenfreies Mittagessen, Gratis­anreise zum Arbeitsplatz sowie flexible Arbeitszeiten zu bieten.

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