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37.500 Euro Bonus für
Ex-Vorstandsmitglied

06.10.2022 • 20:22 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Arbeitsprozess um Bonuszahlung. <span class="copyright">Shutterstock</span>
Arbeitsprozess um Bonuszahlung. Shutterstock

Vorläufige Einigung in Arbeitsprozess zwischen rasch ­gekündigtem Ex-Vertriebsmanager und Unternehmen.

Das Vorarlberger Unternehmen kündigte seinen neuen Vertriebschef rasch. Der ehemalige CCO (Chief Commercial Officer) erhielt nach seinem Abgang weitere Bonuszahlungen, obwohl er gar nicht mehr für seinen Ex-Arbeitgeber tätig war. So wurden ihm für 2021 bereits 104.000 Euro ausbezahlt. Dabei handelte es sich um 80 Prozent der vertraglich vereinbarten Bonuszahlung von 130.000 Euro.
In einem Arbeitsprozess am Landesgericht Feldkirch forderte das ehemalige Vorstandsmitglied, dessen Vertrag vorzeitig aufgelöst wurde, als weitere Bonuszahlung 58.500 Euro für einen Teil des Jahres 2022. Zur sofortigen Beendigung des Gerichtsverfahrens schlossen die Streitparteien im Verhandlungssaal einen bedingten Vergleich, der noch bis Ende Oktober widerrufen und für ungültig erklärt werden kann. Die gütliche Einigung sieht vor, dass das beklagte Unternehmen dem deutschen Kläger 39.500 Euro bezahlt. Davon entfallen 2000 Euro auf Prozesskosten. Vereinbart wurde, dass mit der Zahlung alle wechselseitigen Ansprüche beglichen sind.


Vertraglich vereinbart?

Der Kläger behauptete, er habe mit dem damaligen Vorstandsvorsitzenden zusätzlich zum Gehalt einen jährlichen fixen Bonus von 130.000 Euro vertraglich vereinbart. Der Personalchef des Unternehmens legte den Vertragspassus anders aus: Der Bonus sei kein Fixbonus, sondern abhängig davon, ob die Firma und der Vertriebschef die jährlich gesteckten wirtschaftlichen Ziele erreichen oder nicht. Auch die Arbeitsrichterin verstand den Arbeitsvertrag so.
Bei Vergleichsverhandlungen im Gerichtssaal verringerte der Kläger seine Forderung zunächst auf 42.500 Euro. Die beklagte Partei bot aber vorerst lediglich 16.250 Euro. Der Ex-Manager soll nun neben 39.500 Euro auch ein Dienstzeugnis erhalten. Aber nur ein einfaches, ein qualifiziertes, detailliertes habe der Firmenvorstand strikt abgelehnt, teilte der Personalchef mit.

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