Politik

Kommt jetzt die Maskenpflicht zurück?

10.10.2022 • 16:02 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) kündigt eine Entscheidung in den nächsten Tagen an
Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) kündigt eine Entscheidung in den nächsten Tagen an APA/HANS KLAUS TECHT

Gesundheitsministerium lässt Maßnahme bis 23. Oktober noch offen.

“Eine Frage von Tagen” sei die Entscheidung, ob die FFP2-Maskenpflicht in Öffis und im Lebensmittelhandel wieder eingeführt wird, erklärte Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) am Samstag in der “Presse”. Nur eine Stunde nach der ersten Hochrechnung zur Bundespräsidentenwahl kündigte Grünen-Klubchefin Sigrid Maurer am Sonntag auf Puls 24 klar eine Rückkehr der Maske an. Der Zeitpunkt hänge allerdings vom Krisenstab Gecko ab.

Im Gesundheitsministerium ist man nun um Beruhigung bemüht: Man werde wie angekündigt “die Entwicklungen in den kommenden Tagen genau analysieren”. Zumindest bis 23. Oktober muss irgendeine (vorläufige) Entscheidung fallen. Denn dann läuft die aktuelle Covid-19-Verordnung aus. Möglich ist selbstverständlich, dass sie schlicht verlängert wird und das Tragen der Maske in Innenräumen weiterhin eine Empfehlung bleibt. Außer natürlich in Wien, wo die Maske in öffentlichen Verkehrsmitteln auch jetzt schon Pflicht ist, von den Fahrgästen aber eher nach Lust und Laune ausgelegt wird.

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Keine Entscheidung dürfte hingegen aus dem Bildungsministerium kommen: Wie bisher orientiert sich Minister Martin Polaschek (ÖVP) an den Vorgaben des Gesundheitsministeriums – und hier am Variantenmanagementplan. Erst wenn sich aus Sicht von Rauchs Ressort die allgemeine Pandemielage deutlich verschlechtert, könnten folglich Maskenpflicht und Co. in die Schulen zurückkehren. Bleibt die allgemeine Einschätzung aber wie bisher, sind Maßnahmen an Schulen auch weiterhin auf einzelne Standorte und zeitlich begrenzt.

Statt Zahlen zählt vermehrt das Umfeld

Für die Rückkehr der Maskenpflicht in Öffis und Handel sprechen hingegen die stetig steigenden Coronazahlen. Die Zahl der positiv Getesteten ist heuer deutlich früher in die Höhe geschossen als in den letzten beiden Pandemiejahren. Auch dank der Impfung ist die Zahl der Todesfälle allerdings nicht im selben Ausmaß gestiegen.

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Und das neue Covid-19-Hospitalisierungsregister zeigt, dass Covid-19 als Grund für die Spitalsbelegung in den Hintergrund tritt: Nur jeder achte positiv getestete Intensivpatient muss aufgrund von Covid-19 intensiv behandelt werden. Bei den anderen drei Vierteln stehen andere Problematiken im Vordergrund.

Primärer Grund der Spitalsaufnahme

Am 5. Oktober (letzter Datenstand) wiesen laut Covid-19-Datenregister nur rund 22 Prozent der “Coronapatientinnen und -patienten” auf Normalstationen bei der Spitalsaufnahme bereits Covid-19-Symptome auf, im Intensivbereich lag die Zahl bei zwölf Prozent. Das bedeutet, dass es derzeit einen sehr hohen Anteil an Covid-19-Zufallsbefunden bei den Patientinnen und Patienten, die eigentlich aus anderen Gründen im Krankenhaus sind, gibt.

Für die Spitäler bleibt die Belastung aber dennoch hoch: Positiv getestete Patientinnen und Patienten müssen isoliert werden, das Personal bei Kontakt Schutzmaßnahmen treffen. Durch Ansteckungen drohen Personalausfälle. Neben dem Blick auf die nackten Coronazahlen werden daher im dritten Winter der Pandemie äußere Faktoren wichtiger: Deutet sich etwa eine Grippewelle an, könnten Coronamaßnahmen zurückkehren, um weitere Personalausfälle im Gesundheitsbereich zu verhindern.

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Das Tragen einer Maske sei das gelindeste Mittel, “um zu verhindern, dass die Spitäler wieder überlastet werden”, meinte Virologe und Gecko-Mitglied Andreas Bergthaler. Dagegen sprach sich am Montag der Handelsverband gegen erneute Einführung einer Maskenpflicht im Lebensmittelhandel aus – auch aus wirtschaftlichen Überlegungen. Man kämpfe mit Personalmangel. “Die Einführung einer Maskenpflicht würde bei vielen Mitarbeitenden das Fass zum Überlaufen bringen”, argumentierte Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes. Studien würden belegen, der Handel sei kein Coronahotspot.

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