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Ermittler befragen Manager, der Wallner belastet

22.10.2022 • 17:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) ist Verdächtiger in der ÖVP-Inseratenaffäre. <span class="copyright">Hartinger</span>
Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) ist Verdächtiger in der ÖVP-Inseratenaffäre. Hartinger

Korruptionsermittler kennen nun die Identität jenes Mannes, der den Landeshauptmann in der Inseratenaffäre beschuldigt.

Seit etwas mehr als fünf Monaten ermittelt die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) in der Causa Wirtschaftsbund. Wie berichtet, werden Erhebungen gegen sechs Personen durchgeführt.

Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) wird dabei als Verdächtiger geführt, die übrigen Beteilig­ten – darunter Landesrat Marco Tittler (ÖVP) und Alt-Landesrat Karlheinz Rüdisser – bereits als Beschuldigte – in ihren Fällen geht die WKStA im Gegensatz zu Wallner von einem konkreten Tatverdacht aus.

Wallner wird vorgeworfen, um Inserate für die Wirtschaftsbundzeitung "Vorarlberger Wirtschaft" geworben und Vorteile versprochen haben. <span class="copyright">Hartinger</span>
Wallner wird vorgeworfen, um Inserate für die Wirtschaftsbundzeitung "Vorarlberger Wirtschaft" geworben und Vorteile versprochen haben. Hartinger

Identität bekannt

Am Verfahrensstand habe sich bis heute nichts geändert, teilte eine Sprecherin der WKStA auf NEUE-Anfrage mit, freilich ohne konkrete Namen zu nennen. Was sich allerdings geändert hat, ist die Tatsache, dass den Korruptionsermittlern mittlerweile die Identität jenes Managers bekannt ist, der den Landeshauptmann beschuldigt. Der Mann habe von der WKStA bereits eine Ladung zur Zeugeneinvernahme erhalten, wie die NEUE aus gut informierten Kreisen erfuhr.

Vorteilsannahme

Landesrat Marco Tittler wurde bereits einvernommen. <span class="copyright">Hartinger</span>
Landesrat Marco Tittler wurde bereits einvernommen. Hartinger

Der Manager – die „VN“ bezeichneten ihn als einen der „führenden Wirtschaftstreibenden im Land“ – hatte in einer eidesstattlichen Erklärung gegenüber der genannten Zeitung behauptet, Wallner habe im Jahr 2018 bei einem Betriebsbesuch um Inserate für die – mittlerweile eingestellte – Wirtschaftsbund-Zeitung geworben und dafür politisches Entgegenkommen versprochen. Der Mann wollte allerdings in der Öffentlichkeit anonym bleiben. Wie die Ermittler nun zum Namen des Mannes gekommen sind, ist nicht bekannt.

Wallner noch nicht einvernommen

Wallner wies die schwerwiegenden Vorwürfe stets scharf zurück. Der Landeshauptmann sei bis dato nicht von der WKStA einvernommen worden, teilte dessen Sprecher Simon Kampl auf Anfrage mit.
Tittler und Rüdisser wurden bereits im September von den Korruptionsermittlern einvernommen. Beiden wird Vorteils­annahme vorgeworfen. Auch sie beteuern ihre Unschuld.

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