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Boris Johnsons Glaube an die ewige Berufung

23.10.2022 • 17:10 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Boris Johnsons Glaube an die ewige Berufung
(C) AP/Kirsty Wigglesworth

Der leichte Weg wäre für “Bojo” ein anderer gewesen.

Großbritannien ist anders, Boris Johnson, der gescheiterte Ex-Premier, genauso. Gestern wurde er am Londoner Flughafen gesichtet. Berichten zufolge brach „Bojo“ seinen Urlaub ab. Der vom Winde verwehte Sturkopf hat Wind von der Blamage seiner Tories bekommen. Nach einer beschämenden Selbstdemontage – so munkelt man – sei Johnson bereit, sich nach Truss’ Abdankung erneut als Premierminister ins Spiel zu bringen.

Das kann man zynisch kommentieren, scharf kritisieren. Man kann es aber auch als ungewöhnlichen, sogar sympathischen Charakterzug gelten lassen. Das Land steht (nicht zuletzt durch Johnsons Brexit) vor dem Ruin. Der leichte Weg wäre für ihn ein anderer gewesen: Vogelstrauß, Urlaub, Privatwirtschaftskarriere, danach vielleicht noch revisionistische Interviews über die missverstandene eigene Agenda.

Dem Unverbesserlichen wohnt aber wohl eine Art pervertiertes Verantwortungsbewusstsein inne. Und wie den beim Fußball ständig scheiternden Engländern der Glaube an die ewige Berufung.

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