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Bank klagt zahlungsunfähige Kreditnehmerin

01.11.2022 • 20:03 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Kreditnehmerin von bank geklagt. <span class="copyright">APA</span>
Kreditnehmerin von bank geklagt. APA

Beklagte Kreditnehmerin sagt, Bank habe bei Kredit­vergabe gewusst, dass sie nichts zurückzahlen kann.

Die klagende Bank verlangt in einem anhängigen Zivilprozess am Landesgericht Feldkirch von der beklagten Frau 70.000 Euro für nicht zurückbezahlte Wohnbaukredite.

Die Kredite hatte der damalige Lebensgefährte der Beklagten zur Finanzierung seines Hausbaus aufgenommen. Auch die Beklagte unterschrieb die Kreditverträge. Klagsvertreterin Nuschine Messner sagte, es könne doch nicht sein, dass man sich zur Haftung für Bankkredite verpflichte, dann aber keine Rückzahlungen leiste. Die Anwältin der Bank meinte, damit könnte ein schwerer Betrug begangen worden sein, wegen Zahlungsunwilligkeit und Zahlungsunfähigkeit. Aus den Krediten seien Rückzahlungen von 287.000 Euro offen.

Mögliche Straftat?

Beklagtenvertreter Clemens Achammer erwiderte, eine mögliche Straftat könnte die Bank begangen haben und nicht seine Mandantin. Denn die Bank habe vor den Kreditvergaben gewusst, dass die Beklagte nicht zahlungsfähig sei. Dennoch habe das Geldinstitut darauf bestanden, dass auch sie die Kreditverträge unterschreibe. Die Bank habe dann später die Beklagte aus der Haftung für die ersten Kreditverträge entlassen, sagte Achammer. Denn sie habe sich von ihrem Lebensgefährten getrennt. Später sei die Mutter von vier Kindern wieder zu ihrem Lebensgefährten zurückgekehrt. Daraufhin habe sie auf Drängen der Bank für einen weiteren Wohnbaukredit haften müssen. Die Beklagte habe dann nur rund fünf Monate in dem erbauten Haus gewohnt und sich dann wieder von ihrem Lebensgefährten getrennt. Sie lebe ohne pfändbares Einkommen in der Schweiz. Eine gütliche Einigung mit einer Teilzahlung komme nicht infrage, weil seine Klientin nichts bezahlen könne. Der Beklagtenvertreter beantragte die Abweisung der Klage.

Der Zivilprozess wird fortgesetzt werden. Zivilrichterin Teresa Zanon-Celigoj hob das im Vorjahr ergangene Versäumungsurteil auf. Zum ersten Gerichtstermin war die Beklagte nicht erschienen.

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