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Gewalttätiger Enkel beim Leichenschmaus

01.11.2022 • 19:58 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Am Landesgericht feldkirch verhängte Strafe war dem Berufungsgericht zu milde. <span class="copyright">hartinger</span>
Am Landesgericht feldkirch verhängte Strafe war dem Berufungsgericht zu milde. hartinger

Geldstrafe für unbescholtenen Angeklagten in zweiter Instanz verdoppelt.

Beim Leichenschmaus nach dem Begräbnis seines Großvaters wurde der geständige Angeklagte am im Dezember 2021 in einem Gasthaus im Bezirk Feldkirch gewalttätig.

Der alkoholisierte 31-Jährige versetzte einem Lokalgast einen Faustschlag ins Gesicht. Die beim Geschlagenen entstandene Platzwunde musste im Spital genäht werden. Danach wehrte sich der Oberländer gegen seine Festnahme. Dabei erlitt ein Polizist den Bruch eines Fingers und Schürfwunden. Abschürfungen zog sich auch eine Polizistin zu.
Der Angeklagte wurde im Mai am Landesgericht Feldkirch wegen schwerer Körperverletzung, Körperverletzung und versuchten Widerstands gegen die Staatsgewalt schuldig gesprochen. Dafür wurde der Unbescholtene zu einer Geldstrafe von 2340 Euro (180 Tagessätze zu je 13 Euro) verurteilt.

Urteil nun rechtskräftig

In zweiter Instanz wurde die Geldstrafe verdoppelt, der unbedingte zu bezahlende Betrag blieb jedoch derselbe. Das Oberlandesgericht Innsbruck setzte rechtskräftig eine teilbedingte Geldstrafe von 4680 Euro (360 Tagessätze zu je 13 Euro) fest. Davon beträgt der unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Teil 2340 Euro. Die anderen 2340 Euro wurden für eine Probezeit von drei Jahren auf Bewährung bedingt nachgesehen. Damit gab das Berufungsgericht der Strafberufung der Staatsanwaltschaft Feldkirch Folge. Das Urteil ist nun rechtskräftig.

Oberlandesgericht hält Strafe für zu milde

Der Strafrahmen für das Verbrechen der schweren Körperverletzung beträgt sechs Monate bis fünf Jahre Gefängnis. Die vom Oberlandesgericht festgelegte Geldstrafe entspricht sechs Haftmonaten, jene des Landesgerichts nur drei Monate. Der Feldkircher Richter nahm eine außerordentliche Strafmilderung vor, wofür die Milderungsgründe die Erschwerungsgründe deutlich überwiegen müssen. Das Oberlandesgericht hielt das Unterschreiten der Mindeststrafe jedoch für zu milde.

Ausnahmesituation

Der Feldkircher Strafrichter sprach bei der Verhandlung im Mai von einer Ausnahmesituation, in der sich der Angeklagte am Tag des Begräbnisses seines Opas befunden habe. Zumal der Sohn des Beschuldigten von einem Lokalgast geschlagen worden sein soll. Daraufhin habe der Angeklagte zugeschlagen. Wobei unklar blieb, ob es sich beim geschlagenen Lokalgast um jenen Mann handelte, der den Sohn des Angeklagten geschlagen haben soll, oder um dessen einschreitenden Kollegen. Der Richter sagte zum geschlagenen Lokalgast, er solle sich schämen, falls er den Sohn des Angeklagten geschlagen habe.

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