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Vorarlberger verklagt ungarische Zahnklinik

08.11.2022 • 20:55 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Klage wegen zahnärztlicher Fehlbehandlung. <span class="copyright">DPA</span>
Klage wegen zahnärztlicher Fehlbehandlung. DPA

Ex-Patient fordert 126.000 Euro an Schadenersatz auch für Tinnitus als Folge der Fehlbehandlung.

Wie zahlreiche andere Vorarlberger reiste auch der Unterländer der geringeren Kosten wegen nach Ungarn zum Zahnarzt. Dort ließ er sich nach Angaben seines Anwalts Harald Bösch 2017 im Jänner zwei Zahnimplantate und im Juni 16 Metallkronen für zumindest 6000 Euro einsetzen.

Durch die zahnärztlichen Fehlbehandlungen sei es zu schweren Komplikationen beim Kläger gekommen, so der Klagsvertreter. So leide der 60-Jährige ursächlich deswegen an einem Tinnitus. Der klagende Patient verlangt in einem anhängigen Zivilprozess am Landesgericht Feldkirch inzwischen 126.000 Euro als Schadenersatz von der beklagten ungarischen Zahnklinik. In dem Rechtsstreit fand am Dienstag eine weitere Verhandlung statt. Das schriftliche Urteil von Zivilrichterin Larissa Blum steht noch aus.

Schmerzengeld

Der Kläger verlangt allein an Schmerzengeld 63.000 Euro. Mehr als 50.000 Euro der Klagsforderung beziehen sich auf Nachbehandlungskosten bei anderen Ärzten. 7000 Euro entfallen auf die geforderte Rückzahlung von Honoraren für die beklagte Partei wegen unnützer Leistungen. 1200 Euro betreffen Kosten für die Reise und die Unterbringung in Ungarn.
Ein Vorarlberger habe die Geschäftsanbahnung, die Reise und die Unterkunft in Ungarn organisiert, sagt Bösch. Er sei auf der Internetseite der ungarischen Zahnklinik als Mitarbeiter in Vorarlberg ausgewiesen gewesen. An ihn habe sich sein Mandant 2017 gewandt. Auf Empfehlung des Vorarlberger Vermittlers habe der Patient im September 2017 auch noch eine Nachbehandlung in Ungarn für 4200 Euro vornehmen lassen. Dadurch hätten die Schmerzen aber nicht nachgelassen. Der Kläger leide wegen der Fehlbehandlungen auch an starkem Schwindel und nicht zueinander passenden Zahnreihen und sei deshalb arbeitsunfähig geworden.
Die beklagte Partei beantragt die Abweisung der Klage. Denn die zahnärztlichen Eingriffe in Ungarn seien sach- und fachgerecht erfolgt.

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