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Zwei Tritte ins Gesicht, drei Jahre Gefängnis

10.11.2022 • 21:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte soll dem 19-Jährigen zuerst Faustschläge ins Gesicht verpasst haben. <span class="copyright">Symbolbild Shutterstock </span>
Der Angeklagte soll dem 19-Jährigen zuerst Faustschläge ins Gesicht verpasst haben. Symbolbild Shutterstock

Einschlägig vorbestrafter 35-Jähriger habe zweimal auf 19-Jährigen eingetreten, der auf dem Boden lag.

Der Angeklagte hat nach Überzeugung der Richter den 19-Jährigen mit Tritten ins Gesicht absichtlich schwer verletzt. Dafür wurde der einschlägig vorbestrafte 35-Jährige am Donnerstag in einem Schöffenprozess am Landesgericht Feldkirch zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Als Teilschmerzengeld hat der Türke dem Opfer 5000 Euro zu bezahlen.

Faustschläge und Tritte

Das Urteil ist nicht rechtskräftig, denn der Angeklagte und Staatsanwältin Karin Dragosits nahmen drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Der Schuldspruch erfolgte wegen des Verbrechens der absichtlich schweren Körperverletzung, mit einem Strafrahmen von ein bis zehn Jahren Haft.

Nach den gerichtlichen Feststellungen hat der Angeklagte dem 19-Jährigen im November 2021 im Vorderland nach einer verbalen Auseinandersetzung zunächst Faustschläge ins Gesicht verpasst und ihn dann mit beiden Händen zu Boden gestoßen. Nach Ansicht der Richter hat der 35-Jährige dann dem auf dem Boden liegenden jungen Mann zumindest zwei Tritte ins Gesicht versetzt. Der 19-Jährige erlitt einen Kieferbruch und musste operiert werden. Zudem musste ein Weisheitszahn entfernt werden, der gespalten worden war.

Freispruch beantragt

Der Angeklagte sagte, er sei nicht schuldig. Er habe den 19-Jährigen nicht verletzt. Verteidiger Jan Rudigier beantragte einen Freispruch. Der junge Mann sei ohne Einwirkungen seines Mandanten über einen Gartenzaun gestürzt und habe sich dabei verletzt, behauptete der Rechtsanwalt.

Die angeklagte Tat habe sich aber zweifelsfrei feststellen lassen, sagte Richterin Magdalena Rafolt in ihrer Urteilsbegründung. Denn der Verletzte und ein anderer Zeuge hätten den Vorfall im Wesentlichen gleichlautend geschildert. Hingegen habe der Angeklagte mehrere Versionen erzählt. Seine Angaben würden nicht einmal mit der Aussage seiner Lebensgefährtin übereinstimmen. Mit Ausnahme vor allem eines Punktes: Sie hätten behauptet, der Angeklagte sei das Opfer und nicht der Täter.

Massive Gewalttat

Der Angeklagte sei bereits mit zwei einschlägigen Vorstrafen belastet, merkte Strafrichterin Rafolt an. In der Vergangenheit sei er auch schon wegen Körperverletzung verurteilt worden. Erschwerend wirke sich unter anderem auch aus, dass es sich um eine massive Gewalttat handle. Mildernd zu werten sei nur die Provokation durch das Opfer. Der 19-Jährige habe den Angeklagten beleidigt. Erst dadurch sei es zum angeklagten Vorfall gekommen.

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