Lokal

Entlassen: Arzt gestand
Übergriff auf Patientin

12.11.2022 • 22:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Vorfall in stationärer Gesundheitseinrichtung in Vorarlberg.<span class="copyright"> Shutterstock</span>
Vorfall in stationärer Gesundheitseinrichtung in Vorarlberg. Shutterstock

Arzt widerrief inzwischen Geständnis und bestreitet sexuellen Übergriff. Er bekämpft Entlassung am Arbeitsgericht.

In seinem schriftlichen Geständnis vom 30. Juni 2021 räumte der Arzt ein, am Vortag in einer stationären Gesundheitseinrichtung in Vorarlberg einen sexuellen Übergriff auf eine Patientin begangen zu haben. Daraufhin wurde der stellvertretende ärztliche Leiter noch am selben Tag entlassen. Gegen ihn ist strafrechtlich ein Ermittlungsverfahren anhängig.

Kein freiwlliges Geständnis

Anhängig ist auch ein Arbeitsprozess, den der Tiroler Arzt am Landesgericht Feldkirch gegen seinen früheren Arbeitgeber führt. Dabei bekämpft der Kläger seine Entlassung. Denn der Mediziner hat sein Geständnis inzwischen widerrufen. Er bestreitet nunmehr, die Patientin sexuell missbraucht zu haben.
Dazu gab sein Anwalt in der jüngsten Verhandlung in dieser Woche diese Erklärung ab: Sein Mandant habe kein freiwilliges Geständnis abgeliefert. Er sei dabei unter dem Druck des Freundes der Patientin gestanden und zudem unter dem Einfluss eines Medikaments gegen seine chronische Krankheit. Deshalb sei es beim Kläger zu einer Impulskontrollstörung gekommen. Er habe keine klaren Gedanken fassen können und hätte damals sogar sein eigenes Todesurteil unterschrieben, sagte der Klagsvertreter.

Sexueller Übergriff

Der Tiroler Freund der Patientin sagte im Arbeitsprozess als Zeuge, sie habe ihm am Telefon berichtet, der Arzt sei am 29.6.2021 zu einer weiteren Untersuchung in ihr Patientenzimmer gekommen. Der Mediziner habe gesagt, sie habe eine schöne Vulva. Er habe ihre Oberschenkel gestreichelt und sei mit einem Finger in sie eingedrungen.

Er sei am 30.6.2021 nach Vorarlberg gefahren, um die Patientin wegen des Vorfalls abzuholen, gab der 30-jährige Zeuge zu Protokoll. In der Gesundheitseinrichtung habe er mit dem Arzt über den Vorfall gesprochen. Der Mediziner habe dabei zugegeben, dass er bei der Untersuchung über das Erlaubte hinaus gegangen sei. Der Arzt habe sogleich schriftlich den von ihm aus Vergnügen begangenen sexuellen Übergriff bestätigt und bedauert. Er habe den Mediziner für das schriftliche Geständnis nicht unter Druck gesetzt und ihn nicht erpresst.

Gespräch heimlich aufgezeichnet

Der Zeuge bestätigte, dass auch gegen ihn ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren anhängig sei. Dabei wird ihm vorgeworfen, das Gespräch mit dem Arzt verbotenerweise heimlich aufgezeichnet zu haben. Der Beschuldigte sagte dazu, der Arzt sei mit der Aufzeichnung des Gesprächs ausdrücklich einverstanden gewesen.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.