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Gewalttat in Schule, aber doch kein Raub

18.11.2022 • 19:48 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte soll dem 14-jährigen Schüler einen Faustschlag verpasst haben.<span class="copyright"> Symbolbild Shutterstock</span>
Der Angeklagte soll dem 14-jährigen Schüler einen Faustschlag verpasst haben. Symbolbild Shutterstock

16-Jähriger wurde wegen Körperverletzung eines Mittelschülers und Raubes von 2 Cent angeklagt.

Wegen Körperverletzung wurde der unbescholtene 16-Jährige am Freitag in einem Schöffenprozess am Landesgericht verurteilt.

Dafür besteht die Sanktion aus einer Probezeit von drei Jahren unter Vorbehalt der Strafe. Dem Schüler wurden die Weisungen erteilt, sich einem Antigewalttraining und einer Gesprächstherapie zu unterziehen und Bewährungshilfe in Anspruch zu nehmen.
Das Urteil des Schöffensenats, mit dem der von Helmuth Mäser verteidigte Angeklagte und Staatsanwalt Manfred Melchhammer einverstanden waren, ist rechtskräftig. Sollte der Jugendliche während der Probezeit wieder straffällig werden oder die Weisungen nicht befolgen, könnte doch noch eine Strafe verhängt werden.

Schmerzengeld im Gerichtssaal übergeben

Der Angeklagte gab zu, dass er im Juni in einer Unterländer Mittelschule einen 14-jährigen Mitschüler mit einem Faustschlag und einem Schlag mit der offenen Hand eine leichte Verletzung an der Nase zugefügt hat. Der Angeklagte übergab dem Geschädigten im Gerichtssaal als Schmerzengeld 90 Euro und als Rückzahlung eines Darlehens 10 Euro.
Angeklagt war ein minderschwerer Raub, mit einer Strafdrohung für Jugendliche von bis zu zweieinhalb Jahren Gefängnis. In der Anklageschrift wurde dem Österreicher türkischer Abstammung vorgeworfen, er habe auf dem Schulflur den 14-Jährigen in den Schwitzkasten genommen, von ihm Geld gefordert, ihm ins Gesicht geschlagen und so die Herausgabe von zwei Cent erzwungen.
Die Anklage beruhte auf den Angaben des mutmaßlichen Opfers vor der Polizei. Vor Gericht gab der 14-jährige Zeuge aber zu Protokoll, er sei nicht in den Schwitzkasten genommen und nur einmal geschlagen worden. Und der Angeklagte habe ihm kein Geld weggenommen. Im Zweifel sei deshalb davon auszugehen gewesen, dass es keine Verquickung zwischen Gewalt und einer Geldforderung gegeben habe, sagte Richter Dietmar Nußbaumer als Vorsitzender des Schöffensenats.

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