Wirtschaft

Diesel, Benzin und Heizöl bis zehn Prozent teurer?

05.12.2022 • 13:39 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Zum Wochenstart tritt ein weitgehendes Embargo der Europäischen Union (EU) auf russisches Erdöl in Kraft
Zum Wochenstart tritt ein weitgehendes Embargo der Europäischen Union (EU) auf russisches Erdöl in Kraft Aliaksandr Marko – stock.adobe.c

Ölverbund OPEC+ belässt seine Förderung zunächst unverändert.

Die Ölpreise sind am Montag mit leichten Aufschlägen in die neue Handelswoche gestartet. In der Früh kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 85,90 US-Dollar (81,52 Euro). Das waren 33 Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 44 Cent auf 80,42 Dollar.

Zum Wochenstart tritt ein weitgehendes Embargo der Europäischen Union (EU) auf russisches Erdöl in Kraft. Zudem will die EU mit anderen großen Ländern eine Preisobergrenze für russisches Erdöl durchsetzen. Beides soll Russland finanziell treffen und ist eine Reaktion auf den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine. Russland hat angekündigt, den Preisdeckel nicht zu akzeptieren und an kein Land zu liefern, das sich an die Obergrenze hält.

Förderung unverändert

Unterdessen hat am Wochenende der von Saudi-Arabien und Russland angeführte Ölverbund OPEC+ beschlossen, seine Förderung zunächst unverändert zu belassen. Seit Anfang November fördern die rund 20 Staaten deutlich weniger Erdöl, daran soll festgehalten werden. Die Entscheidung war am Markt erwartet worden.

Um fünf bis zehn Prozent

Das EU-Embargo und ein Preisdeckel auf russisches Rohöl dürften sich nur wenig auf Österreich auswirken, schätzt der Energie-Experte Walter Boltz im Ö1-“Morgenjournal”. Österreich importiere schon länger kaum mehr Erdöl aus Russland. Der ehemalige E-Control-Chef rechnet aber mit leichten Preisaufschlägen. Bei Diesel, Benzin und Heizöl könnten die Preise für einige Wochen auch stärker steigen – Boltz sprach von fünf bis zehn Prozent.

Im Februar soll das EU-Embargo auch auf Diesel und Benzin aus Russland ausgeweitet werden. Auch hier rechnet Boltz mit Preiserhöhungen zwischen zehn und zwanzig Prozent während ein bis zwei Monaten.

Der ab Montag geltende Preisdeckel von 60 Dollar pro Barrel (159 Liter) für Öl aus Russland werde das Land kommerziell kaum treffen. Zuletzt habe russisches Rohöl (Sorte Urals) rund 64 Dollar gekostet, so der Energie-Experte weiter.

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