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Tankstellen überfallen: Haftstrafe verfünffacht

21.01.2023 • 09:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Geständiger Serienräuber kam in erster Instanz mit mildem Urteil davon. <span class="copyright">Polizei</span>
Geständiger Serienräuber kam in erster Instanz mit mildem Urteil davon. Polizei

Unbescholtener 25-Jähriger überfiel fünf Tankstellen und plante einen weiteren Überfall.

Überraschend milde fiel im November 2022 am Landesgericht Feldkirch das Urteil im Schöffenprozess um fünf Überfälle auf Tankstellen und einen versuchten Überfall auf eine weitere Tankstelle aus. Der unbescholtene und geständige Serienräuber kam in erster Instanz mit einer teilbedingten Haftstrafe von 24 Monaten davon. Der unbedingte, zu verbüßende Teil belief sich lediglich auf acht Monate. Der 25-Jährige wäre nach vier Monaten in Untersuchungshaft sogar schon am Tag des Urteils aus dem Feldkircher Gefängnis vorzeitig und auf Bewährung in die Freiheit entlassen worden, wenn das Urteil rechtskräftig geworden wäre.

Höhere Haftstrafe gefordert

Aber Staatsanwalt Philipp Höfle, der auch zur Abschreckung der Allgemeinheit eine höhere Haftstrafe fordert, meldete Strafberufung an. Nun wurde in zweiter Instanz die zu verbüßende Haftstrafe um das Fünffache erhöht. Das Innsbrucker Oberlandesgericht (OLG)  setzte in der Berufungsverhandlung am Mittwoch die Strafe mit dreieinhalb Jahren Gefängnis rechtskräftig fest. Das teilte auf Anfrage das OLG mit. Mit der drastischen Anhebung der Freiheitsstrafe wurde der Strafberufung der Staatsanwaltschaft Folge gegeben. Von den dreieinhalb Haftjahren hat der Ersttäter zumindest die Hälfte tatsächlich zu verbüßen.

Keine echte Pistole

Der Schuldspruch erfolgte wegen Raubes. Dafür beträgt der Strafrahmen ein bis zehn Jahre Gefängnis. Der Räuber hat stets eine Softairpistole verwendet, die einer echten Pistole täuschend ähnlich sieht, aber nicht als Waffe gilt. Deshalb wurde kein schwerer, bewaffneter Raub mit einer Strafdrohung von 1 bis 15 Jahren Haft angeklagt.

Wegen der Unbescholtenheit, des Geständnisses, der erfolgten Rückzahlung der Raubbeute von 7600 Euro und des Beitrags zur Wahrheitsfindung mit dem ohne Not zugestandenen Raubversuch fiel die Strafe nicht noch höher aus.

Zwei Opfer arbeitsunfähig

Der Angeklagte wurde in Feldkirch dazu verpflichtet, vier überfallenen Opfern als Teilschmerzengeld insgesamt 6500 Euro zu bezahlen. Drei überfallene Kassiererinnen müssten psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen, sagte deren Anwalt bei der Feldkircher Verhandlung. Zwei von ihnen seien wegen des traumatischen Erlebnisses sogar arbeitsunfähig.

Als Tatmotiv gab der arbeitende Unterländer Schulden wegen seiner Drogen- und Spielsucht an. Deshalb habe er im Vorjahr zwischen März und Juni fünf Tankstellen in Hard, Bregenz, Hörbranz und Bürs überfallen.

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